Apothekensterben 

Glaeske: „Apotheken sind unverzichtbar, wenn...“ Eugenie Ankowitsch, 22.02.2018 13:30 Uhr

Berlin - Da staunten die Hörer der Bremen2-Sendung „Bremen zwei unterwegs“ zum Thema Apothekensterben auf dem Land nicht schlecht. Professor Dr. Gerd Glaeske nannte stationäre Apotheken „unverzichtbar“ für die Versorgung.  Allerdings nur, schob er einschränkend hinterher, wenn sie jederzeit gute Beratungsqualität bieten würden. Gerade das ist aus seiner Sicht jedoch nicht der Fall.

Dabei berief sich der Pharmazeut und Gesundheitsökonom auf „Daten“, deren Herkunft er allerdings nicht näher erläuterte. Diese würden jedenfalls besagen, dass lediglich ein Drittel der Apotheken eine gute Beratung bieten würde. 40 Prozent seien „auf der Kippe“ und das restliche Drittel mache „ziemlich viel Mist“. „Die könnten ihre Apotheke auch zulassen“, sagte Glaeske. Dann wäre den Menschen besser geholfen als immer nur „Säcke voll Arzneimittel in Grippezeiten zu verkaufen“.

Eigentlich ging es in der Diskussion von „Bremen zwei“ um das Thema Apothekensterben. Denn auch in Niedersachsen – und hier vor allem im ländlich geprägten Nordwesten – ist der Aderlass groß. Nach Angaben von Dr. Rolf Bruns, Vorstandsmitglied im Landesapothekerverband Niedersachsen, wurden in dem Flächenland seit 2009 mehr als 100 Apotheken geschlossen. Allein in Ost- und Nordfriesland seien es über 20 gewesen.

Eine davon gehörte Ingeborg Borchers. Bis 2009 führte sie eine Apotheke in Neustadtgödens, einem Ortsteil von Sande mit 1500 Einwohnern. Die Apothekerin erinnert sich noch heute ganz genau an den Zeitpunkt, als der letzte Arzt den Ortsteil verlassen hat. Das war im August 1998 und der Anfang vom Ende. Borchers hielt noch elf Jahre durch, bis es nicht mehr weiter ging. „Trotz treuer Kunden hat irgendwann der Bestand an Patienten mit Rezepten aus dem Ort und damit die Substanz gefehlt“, berichtete sie. Einen Nachfolger fand sie unter diesen Umständen nicht.

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