Glaeske kritisiert Hoggar-Beratung

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Berlin -

Rezeptfreie Medikamente sind keineswegs harmlos, gerade bei Schlafmitteln ist deshalb eine gute Beratung in der Apotheke wichtig. Der NDR hat in seiner Sendung „Markt“ die Probe aufs Exempel gemacht. Als Experte kritisiert Professor Dr. Gerd Glaeske die Kundengespräche als unzureichend.

Schlafmittel gehörten zu den meistverkauften Arzneimitteln in Deutschland, sie seien aber unter Experten umstritten, beginnt der Beitrag. „Dass sie ohne Rezept verkauft werden dürfen, heißt aber nicht, dass sie keine Nebenwirkungen haben“, erklärt Glaeske. Von gefährlichen Reaktionen wird im Beitrag gewarnt: Depressionen, Stürze, kognitive Beeinträchtigungen, zählt Glaeske auf.

„Aber sagen die Apotheken ihren Kunden das?“ Mit versteckter Kamera haben die Reporter elf Apotheken besucht. Der erste Mitarbeiter empfiehlt Sport, verkauft dann aber Hoggar night und empfiehlt die Einnahme von zwei Tabletten. „Ist etwas zu beachten?“ „Nein.“ 7,49 Euro.

„Als es um das Arzneimittel ging, hätten ich mir gewünscht, dass stärker auf bestimmte Krankheiten und andere Medikamente eingegangen worden wäre“, kommentiert Glaeske. „Das war keine ausreichende Beratung.“

In der zweiten Apotheke zeigt sich die Mitarbeiterin fürsorglich, verkauft dann aber ein homöopathisches Präparat, Hoggar Night und Orthomol Vital für insgesamt 42 Euro. „Das war ein Gespräch, wie ich sie gar nicht mag“, bewertet Glaeske. „Hier wurde der Besuch der Apotheke genutzt, um möglichst viel anzubieten und zu verkaufen. Das diskreditiert die Apotheke.“

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