TV-Tipp

NDR: Vorsicht vor Omas Pillenfalle APOTHEKE ADHOC, 19.03.2018 14:57 Uhr

Berlin - Mit dem Alter steigt der Medikamentenkonsum. Neben dem Hausarzt stellen auch Fachärzte älteren Menschen fleißig Rezepte aus. Da geht leicht der Überblick verloren. Die möglichen schweren Folgen von Wechselwirkungen beleuchtet der Bericht „Omas Pillen-Falle – Gefährliche Medikamente im Alter“ heute um 22 Uhr im NDR-Fernsehen.

Den Ärzten fehlt häufig die Zeit, sich länger mit den Wirkungen der Arzneimittel auseinander zu setzen. Da bedarf es schon des Fachwissens und der Zeit eines Geriaters, eines Arztes speziell für alte Leute. Liselotte G. ist fast 80 Jahre und recht wackelig auf den Beinen. Sie lebt allein in ihrem Haus in der Nähe von Ueckermünde und nimmt zehn unterschiedliche Tabletten. Hausärztin und Geriaterin Sabine Meinhold empfiehlt der alten Dame eine spezielle dreiwöchige ambulante Reha in der Praxis. Dabei hat sie die Patientin unter Beobachtung und kann auch die Tabletten überprüfen. In dieser Zeit trainiert Liselotte G. mit Physio- und Ergotherapeuten, damit sie zu Hause wohnen bleiben kann. Das Konzept hat die Ärztin gemeinsam mit Krankenkassen entwickelt.

Ihr Kollege Dr. Thomas Hermens setzt neue Präparate bei alten Patienten zunächst ganz niedrig dosiert ein und erhöht die Dosis schleichend, um zu sehen, wie sie wirken. Er zieht zudem das sogenannte Forta-Konzept der Universität Heidelberg zu Rate. Die Abkürzung steht für „Fit fOR the Aged“ (für die Alten passend). Auf der dazugehörigen Liste finden sich gängige Substanzen, die gerade älteren Patienten verschrieben werden. Sie werden von A bis D klassifiziert.

Neben dem Forta-Konzept gibt es die sogenannte Priscus-Liste, eine Negativliste mit Medikamenten, die für ältere Menschen als potenziell ungeeignet eingestuft werden. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgegebene Broschüre „Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind ungeeignet“ informiert ausführlich über die Präparate auf der Liste. Grundsätzlich gelte: Je weniger Medikamente desto besser, so die Reporter des NDR. Bei manchen Symptomen helfe schon ein gezieltes Bewegungsprogramm oder eine spezielle Ernährung.

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