Antihistaminika der 1. Generation

Hoggar, Vivinox & Vomex: Ab 65 bald nur noch mit Rezept? APOTHEKE ADHOC, 14.05.2019 07:30 Uhr

Berlin - Seit Anfang des Jahres ist Doxylamin als Schlafmitteln bei Kindern rezeptpflichtig. Im Juni wird sich der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht entscheiden, ob sedierende Antihistaminika der ersten Generation auch für Patienten ab 65 Jahren nur noch auf Rezept erhältlich sein sollen.

Ende Juni soll der Sachverständigenausschuss einen Antrag auf die Verschreibungspflicht bei Patienten über 65 Jahren für Antihistaminika der ersten Generation mit sedierender Wirkung prüfen. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Doxylaminsuccinat beispielsweise Dimenhydrinat und Diphenhydramin. Die Substanzen sind nicht spezifisch für den H1-Rezeptor: Daher durchdringen sie die Blut-Hirn-Schranke und lösen zentrale Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit aus. Alle drei Wirkstoffe stehen auf der Priscus-Liste: Bei Doxylamin bestehe eine erhöhte Sturzgefahr für ältere Patienten. Diphenhydramin soll außerdem im Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen älterer Personen stehen. Zudem scheinen Diphenhydraminpatienten ein erhöhtes Risiko für Delir-Symptome aufweisen.

Es wäre die erste gezielte Verkaufsabgrenzung für Senioren; Triptane dürfen ebenfalls nur bis zum Alter von 65 Jahren rezeptfrei abgegeben werden, was allerdings auf die Zulassung zurückzuführen ist. Schon bei einer früheren Sitzung des Sachverständigenausschusses wurde darum gebeten, einen entsprechenden Antrag auf Unterstellung von Doxylamin unter die Verschreibungspflicht bei älteren Patienten zu stellen. Es wurde auch darum gebeten, eine generelle Verkaufsabgrenzung für Ältere zu überdenken.

Damals sprach sich der Sachverständigenausschuss mehrheitlich für einen Rx-Switch von Doxylamin aus: Zur Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern bis zum Alter von 18 Jahren gibt es entsprechende Präparate seit Anfang des Jahres nur noch auf Rezept. Das Antihistaminikum ist eigentlich zur Beruhigung gedacht, führte teilweise aber zu paradoxen Reaktionen wie Unruhe, Halluzinationen, Angst und Krämpfen. Die größte Gefahr bestehe jedoch durch das mögliche Auftreten einer Atemdepression, wenn das Medikament überdosiert wird.

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