Gera

Viele Höhen und Tiefen in der eigenen Apotheke Torsten Bless, 06.08.2017 08:01 Uhr

Berlin - Selbstständigkeit macht Freude, bringt aber viel Arbeit und Stress mit sich. Christina Steffen, die neue Besitzerin der Ferber-Apotheke in Gera, durchlebt gerade alle denkbaren Höhen und Tiefen. Doch Apothekerin bleibe ihr Traumberuf, bekundet die Thüringerin.

Seit 15 Jahren arbeitet die studierte Pharmazeutin in Apotheken. Gera blieb sie dabei treu. Erst war sie neun Jahre in der Platanen-Apotheke, die vergangenen sechs Jahre in der Berg-Apotheke tätig. „In der Ferber-Apotheke hatte ich mein halbjähriges Studienpraktikum absolviert, daher kannte ich die Betreiberin gut.“ Ingrid Kocker residierte hier seit November 1993. Ihren Ruhestand bereitete sie schon ein Jahr im Voraus vor. „Das ist empfehlenswert, denn potenzielle Nachfolger müssen ja die Finanzierung regeln und viel planen“, sagt Christina Steffen.
Schon seit langem träumte sie von einem eigenen Betrieb. „So manche Apotheke am Ort wird in den nächsten Jahren frei. Ich hab mich gefragt, warum ich noch länger warten soll. Meine drei Kinder sind jetzt größer. Die Lage ist für mich ideal, ich habe es von hier aus nicht weit nach Hause.“ Im letzten Jahr wurden sich die beiden Apothekerinnen einig. Dann galt es für die Selbstständige in spe, viel Bürokratie zu bewältigen: „Allein das Genehmigungsverfahren kostete schon viel Zeit und Geld. Ich musste dicke Ordner an Papieren zusammentragen, damit ich meine Betriebserlaubnis beantragen konnte“, erzählt sie. „Der eine will dieses Schriftstück, aber das gibt es nicht ohne ein Formular von einer anderen Stelle. Ich musste ein Qualitätsmanagementsystem entwickeln und eine Präqualifizierung vorweisen, damit ich zum Beispiel Nadeln für Insulinpens verkaufen darf. Und das alles für eine Apotheke, die ich noch nicht einmal besaß.“

APOTHEKE ADHOC Debatte