DocMorris-Test: „Ein Onlineshop, mehr nicht“

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Berlin -

DocMorris ist Europas größte Versandapotheke und nennt sich selbstbewusst „Die Apotheke“. Aus Sicht der W&V, einer Fachzeitschrift für Kommunikation und Medien, ist das zumindest mit Blick auf den Internetauftritt der Zur Rose Tochter reichlich hochgegriffen. W&V hat die DocMorris-Homepage analysiert und unter anderem bei der Beratung der Kunden gravierende Mängel vorgefunden.

Markus Lucht von der United Digital Group (UDG), eine Agentur mit Schwerpunkt digitale Transformation, hat DocMorris unter die Lupe genommen. Untersucht wurde im Juni 2020, wie sich die Versandapotheke für den Nutzer anfühlt – die beinahe schon eingedeutschten Schlagwörter heißen Usability, Content Quality, Utility, Brand Perception und Joy of Use. In jeweils drei Unterkriterien gibt es maximal fünf Punkte zu ergattern. Aus den gemittelten Durchschnittswerten der Kategorien ergibt das Gesamtergebnis. DocMorris landet bei relativ enttäuschenden 2,4 von 5 möglichen Punkten.

Lucht ist aufgefallen, dass Docmorris noch über dem eigenen Logo eine „umfassende pharmazeutischen Beratung" verspricht. Doch die Funktion der pharmazeutischen Videoberatung sei enttäuschend, während des Tests schlichtweg nicht erreichbar. „Trotz vielfacher Kontaktversuche (natürlich werktags, zu verschiedenen Uhrzeiten innerhalb der Servicezeiten) war kein Berater erreichbar“, so das Ergebnis. Neben Hotline und Kontaktformular gebe es aber keine Alternativen wie Terminvereinbarungen oder einen Rückrufservice.

Bei der Produktbewertung fehlten den Testern die eigentlichen Kommentare anderer Nutzer. Die Produktempfehlungen „Kunden kauften auch“ erscheine willkürlich. So wurde im Test nach Lutschbonbons gegen Halsschmerzen gesucht, die Zusatzempfehlung lautete Augentropfen.

Bei der Benutzerfreundlichkeit (Usability: 2,7) gab es einen Abzug, weil DocMorris einen unterdurchschnittlichen Wert in Sachen Barrierefreiheit bekommt. Das Kontrastverhältnis der Texte sei zwar okay, einzelne Buttons mit weißer Schrift auf grünem Hintergrund bleiben aber hinter den Standards zurück. „Weder Kernelemente wie die Hauptnavigation, das Navigieren zwischen Produkten oder Slider-Elementen lassen sich mit der Tastatur bedienen.“ Dafür seien die Alt-Texte sind meist sinnvoll gepflegt. So Luchts erste Eindrücke.

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