DJ-Rezepte: Massiver Mehraufwand | APOTHEKE ADHOC
aposcope-Umfrage

DJ-Rezepte: Massiver Mehraufwand

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Berlin -

Auch wenn die Einführung vergleichsweise geräuschlos vonstattenging: In den Apotheken sorgen die sogenannten DJ-Rezepte für massiven Mehraufwand, wie eine Umfrage von aposcope verrät.

Laut Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) muss der Arzt seit 1. November die Dosierung des verordneten Fertigarzneimittels auf dem Rezept angeben. Liegen ein Medikationsplan oder ein schriftlicher Einnahmehinweis vor, reicht eine Kenntlichmachung mittels der Abkürzung „Dj“ („Dosierungsanweisung vorhanden: ja“). Nachdem die neue Vorschrift im Oktober „getestet“ wurde, ist sie seit zwei Wochen „scharf gestellt“.

In den Apotheken läuft das neue System alles andere als reibunglos. Bei einer aktuellen aposcope-Umfrage gaben nur 4 Prozent an, dass die neue Vorschrift unproblematisch sei, da die Rezepte mit klaren Dosierangaben bedruckt würden. Mehr als jeder zweite Teilnehmer gab dagegen an, dass die Ärzte nicht informiert sind und die Dosierangaben oder der „Dj“-Hinweis fehlen (55 Prozent). Genauso oft kommt es vor, dass die Rezepte mit „Dj“ bedruckt sind, die Patienten aber keinen Medikationsplan oder schriftliche Dosieranweisung des Arztes haben (57 Prozent). Vergleichsweise selten kommt es übrigens vor, dass andere Kürzel wie „Pi“ für „Patient informiert“ verwendet werden (14 Prozent).

Angesichts dieser Erfahrungen gaben 31 Prozent an, dass es derzeit Wartezeiten für die Kunden gibt, da Rücksprache mit den Ärzten erforderlich ist. Immerhin: Die Apotheke darf die fehlende Angabe dann auch selbst ergänzen. Geheilt werden Rezepte von Apothekern und PTA gleichermaßen (80 vs. 61 Prozent). In den seltensten Fällen werden die Patienten noch einmal in die Praxis zurückgeschickt.

Was den Apotheken bleibt, ist die Angst vor Retaxationen: 68 Prozent sehen hier eine erhöhte Gefahr, wenn Rezepte ohne Dosierungsangabe durchrutschen. Und so sorgt die neue Vorschrift für einen erhöhten Aufwand bei der Rezeptkontrolle, wie 79 Prozent der Teilnehmer angaben.

An der apsocope-Umfrage nahmen am 10. und 11. November insgesamt 303 Apotheker und PTA teil.

 

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