Digitaler Impfnachweis soll per Post kommen

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Berlin - Wer seine Corona-Immunisierung in einem Impfzentrum erhalten hat, soll zur Übertragung in den geplanten digitalen Impfpass nicht extra eine Apotheke aufsuchen müssen. Stattdessen soll der digitale Impfnachweis als QR-Code per Post versendet werden. Das geht aus den Informationen hervor, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Ländern zur Vorbereitung der bevorstehenden Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zugesendet hat. In einem Potsdamer Impfzentrum wird dieses Verfahren bereits ab Donnerstag getestet.

Für bereits vollständig Geimpfte seien die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden, dass die Impfzertifikate je nach Verfügbarkeit der dafür notwendigen Daten unbürokratisch und aufwandsarm per Post zugesendet werden können, so das BMG: „Daher sollten die Länder nach Möglichkeit sicherstellen, dass den in den Impfzentren vollständig Geimpften ein entsprechendes digitales Impfzertifikat nachträglich postalisch zeitnah nach Einführung des technischen Systems zugesendet wird.“

Demnach könnte ein großer Teil der Übertragungen aus Impfpässen in den digitalen Impfnachweis in Apotheken wegfallen – und mit ihnen das Honorar von 18 Euro je Impfpass: Zwar steigt der Anteil der Praxen an den Impfungen kontinuierlich. Zahlen des BMG zufolge wurden jedoch bis einschließlich Mittwoch 33,8 von insgesamt 47,3 Millionen Corona-Impfungen in den Impfzentren verabreicht. In den Praxen wurden bisher 13,5 Millionen Impfungen durchgeführt.

Das neue Postverfahren ist bereits am Donnerstag in die Erprobung gegangen: In Potsdam stellte Gottfried Ludewig, Leiter der Digitalisierungsabteilung im BMG, gemeinsam mit Holger Rostek, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), dem brandenburgischen Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft und IBM-Projektmanager Ronald Fritz einen Testlauf für die Ausstellung des digitalen Impfnachweises vor. Das BMG hatte IBM im März per Dringlichkeitsvergabe damit beauftragt, für 2,7 Millionen Euro die technische Infrastruktur für den digitalen Impfpass zu entwickeln.

In einem kontrollierten Feldtest soll zunächst in einzelnen Impfzentren Erfahrungen mit dem System gesammelt werden, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Pro Tag sollen in jedem teilnehmenden Impfzentrum zunächst rund 30 digitale Impfnachweise ausgestellt werden. In Brandenburg beteiligt sich die KV mit dem Impfzentrum in der Potsdamer Metropolis-Halle. „Wenn alles funktioniert und der Bund den digitalen Impfnachweis für Deutschland freigibt, erhalten alle Bürgerinnen und Bürger ihren individuellen digitalen Impfausweis als ausgedruckten QR-Code direkt im Nachgang ihrer Impfung“, erklärte Rostek. „Den Personen, die bereits in einem Impfzentrum des Landes vollständig geimpft wurden, soll der Impfnachweis per Post zugesandt werden.“

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