Apotheken wegen Onkozym abgemahnt

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Berlin -

Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) hat mehrere Apotheken wegen des Vertriebs beziehungsweise der Werbung für die Kapseln Onkozym abgemahnt. Kritisiert werden unter anderem fehlende anerkannte wissenschaftliche Daten in der Produktbeschreibung. Bei dem Präparat handelt es sich um eine Marke des Unternehmens Sanimamed Europe Health mit Sitz in Bukarest. Der Exklusivvertrieb der Ware erfolgt laut Firmenangaben über den Versandhändler Green Offizin, der ebenfalls in Rumänien sitzt – gegen beide kann der VSW aufgrund der ausländischen Adresse nicht vorgehen.

Onkozym ist laut Herstellerangaben ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (LBMZ). Das Produkt hat eine PZN und ist in der Lauertaxe gelistet. Eine abgemahnte Gesund-Leben-Apotheke vertrieb das Produkt über den eigenen Webshop, der von der Gehe-Kooperation zur Verfügung gestellt wird. Es sei zum Diätmanagement bei nutritiv bedingtem Nährstoffdefizit während und nach einer Chemo- und Strahlentherapie beschrieben worden.

„Wenn Krebs mit im Gespräch ist, schauen wir uns das genauer an“, sagt VSW-Geschäftsführer Ferdinand Selonke. Ein Krankheitsbezug sei bei Lebensmitteln nur in Ausnahmefällen zulässig, etwa wenn man „darauf abstellt, dass bei einer bestimmten Erkrankung, die Ernährung nicht durch eine normale Ernährung sichergestellt werden kann“.

Die Angaben zu Onkozym verstoßen laut VSW unter anderem gegen eine Verordnung des EU-Parlaments und des Rates unter anderem über LBMZ. Demnach müssen Kennzeichnung und Aufmachung sowie die Werbung dafür „Informationen über die angemessene Verwendung dieser Lebensmittel bieten und dürfen weder irreführend sein noch diesen Erzeugnissen Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zuschreiben oder den Eindruck dieser Eigenschaft erwecken“.

Zudem fehlten auch die gesundheitsbezogenen Angaben für die Inhaltsstoffe Curcumin, Artemisia annua, Bromelain, Papain, Thymus-Extrakt, Coenzym Q 10, Zink und Selen. Diese seien in der Lebensmitte-Gesundheitsangaben-Verordnung (LGVO) beschrieben. Zudem gelte seit 2019 eine europäische Verordnung, „nach welcher nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben für LBMZ nicht zulässig sind“, heißt es in der Abmahnung.

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