Notfallkontrazeptiva

Pille danach: Die Kasse zahlt APOTHEKE ADHOC, 10.04.2018 14:15 Uhr

Berlin - Notfallkontrazeptiva mit dem generischen Levonorgestrel und Ulipristal (EllaOne, HRA-Pharma) wurden im März 2015 aus der Verschreibungspflicht entlassen. Die Zahl der Rezepte ist fortan rückläufig. Eine Verordnung zulasten der Kassen ist jedoch möglich.

Mit dem 20. Geburtstag endet die Erstattung für Kontrazeptiva und Notfallkontrazeptiva. Bis zum vollendeten 20. Lebensjahr können entsprechende Arzneimittel auf einem Muster-16-Formular verordnet werden. Grundlage ist §24a Sozialgesetzbuch SGB V.

„Versicherte bis zum vollendeten 20. Lebensjahr haben Anspruch auf Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln […] gilt entsprechend für nicht verschreibungspflichtige Notfall-Kontrazeptiva, soweit sie ärztlich verordnet werden“. Wer älter als 18 Jahre ist, zahlt dann bei Vorlage eines gültigen Kassenrezeptes in der Apotheke die gesetzliche Zuzahlung. Für Arzneimittel zwischen 50 und 100 Euro werden minimal fünf und maximal zehn Euro fällig.

Seit dem OTC-Switch sind jedoch die Verordnungen der Notfallkontrazeptiva rückläufig. Levonorgestrel (LNG) ist seit der Entlassung aus der Verschreibungspflicht seit 2015 nicht mehr unter den meist verordneten Arzneimitteln im Arzneimittelverordnungsreport zu finden. Ulipristal (UPA) hat von 2015 auf 2016 etwa die Hälfte der Verordnungen verloren. Im Jahr 2016 wurden laut Arzneimittelverordnungsreport 20.000 (0,02 DDD) Ulipristal dokumentiert – ein Minus von 46 Prozent.

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