Kostenlose Verhütung

Projekt Biko: Gratis-Pille aus der Apotheke APOTHEKE ADHOC, 11.09.2019 11:17 Uhr

Berlin - Die Einkommenssituation von Frauen hat starke Auswirkungen auf deren Verhütungsverhalten. Haben sie weniger Geld in der Tasche, vernachlässigen sie die Empfängnisverhütung – und sind sich dessen auch bewusst. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung des Modellprojekts „Biko – Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung“ des Bundesverbandes Pro Familia. Seine Forderung: Frauen, die Transferleistungen beziehen oder ein ähnlich geringes Einkommen haben, sollen ihre Kontrazeptiva vom Staat erstattet bekommen. Die teilnehmenden Apotheker haben sich der Auswertung zufolge äußerst positiv zum Projekt geäußert.

„Familienplanung ist ein Menschenrecht“, postuliert Pro Familia: 1979 wurde das Recht auf Familienplanung in der UN-Frauenkonvention erstmals verbindlich festgeschrieben. 40 Jahre später gibt es bei dem Thema aber auch hierzulande noch Defizite, wie die nun erfolgte Auswertung des vom Bundesfrauenministerium geförderten Projekts Biko nahelegt. Zwischen 2016 und 2019 konnten sich Frauen, die von Hartz IV, Sozialhilfe, BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe, Wohngeld oder Asylbewerberleistungen leben oder deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, in sieben deutschen Städten in den Beratungsstellen von Pro Familia informieren und einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dazu erhielt Pro Familia ein Fördervolumen von knapp vier Millionen Euro. Die Verhütungsmittel rechneten die Apotheken dann direkt mit Pro Familia ab.

Während der Kernlaufzeit des Projekts von Juli 2017 bis Juni 2018 führte Pro Familia in Lübeck, Halle (Saale), Recklinghausen, Ludwigsfelde, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Erfurt insgesamt 4751 Beratungsgespräche durch und erhielt 6104 Anfragen für Kostenübernahmen. Von denen wurden 4480 bewilligt. Die dabei erhobenen Daten wurden vom Evaluationsinstitut Camino ausgewertet und sollen einen Einblick in die Verhütungssituation von Frauen mit niedrigem Einkommen ermöglichen: „Regelmäßige Ausgaben wie für die Pille, aber auch hohe einmalige Kosten von bis zu 400 Euro für eine Spirale können das Budget von Frauen mit geringem Einkommen deutlich überschreiten“, fasst das Bundesfamilienministerium die Ergebnisse zusammen. „Sie verhüten daher unregelmäßiger, greifen zu weniger zuverlässigen Methoden oder verzichten sogar ganz auf Verhütung.“

Konkret heißt das: Die Hälfte aller Frauen gab in der Evaluationsbefragung an, dass sie ohne die finanzielle Unterstützung durch das Projekt entweder gar nicht oder nur mit einer deutlich unsicheren Methode verhüten würden. Dieses Ergebnis decke sich auch mit den denen einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts für Geschlechterfragen, wonach jede zweite Sozialleistungsempfängerin mit ihrem Verhütungsverhalten unzufrieden ist und es ändern würde, wenn die Mittel für sie kostenfrei zugänglich wären.

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