Zyto-Skandal

Pfusch-Apotheke: „Deutlich höhere Überlebensrate“ dpa/APOTHEKE ADHOC, 14.11.2017 11:50 Uhr aktualisiert am 14.11.2017 13:09 Uhr

Essen - Im Prozess um angeblich gestreckte Krebsmedikamente will sich der angeklagte Apotheker aus Bottrop selbst nicht zu den Vorwürfen äußern. Seine Verteidiger griffen am Dienstag die Staatsanwaltschaft scharf an und bezeichneten die Ermittlungsergebnisse als „unbrauchbar“.

Der Vorwurf, dass Medikamente systematisch unterdosiert seien, könne nicht stimmen. Studien zeigten, dass von dem Bottroper Apotheker belieferte Ärzte bei ihren Patienten „eine deutlich höhere mittlere Überlebensrate“ erzielt hätten, argumentierten die Verteidiger.

Konkret werfen sie den Ermittlern vor, die Einkaufsquoten des Angeklagten nicht genau genug ermittelt zu haben. So sei zum Beispiel der vorhande Anfangsbestand an Medikamenten nicht berücksichtigt worden. Auch die sichergestellten Proben, in denen laut Anklage wenig oder keine Wirkstoffe nachgewiesen wurden, hätten keine Aussagekraft, da die Analyseverfahren noch nicht ausgereift seien.

„Wir haben Verständnis für die Sorgen und Ängste der Patienten“, sagte Verteidiger Peter Strüwe (Dr. Daube, Strüwe & Kollegen, Essen) in dem Prozess vor dem Essener Landgericht. Man müsse sich jedoch von der reflexartigen Bewertung freimachen, dass alles, was bis jetzt bekannt sei, schon stimmen werde. S. wird außerdem vertreten von den Rechtsanwälten Eerke Pannenborg und Ulf Reuker (Park, Dortmund) und Christian Roßmüller (Roßmüller & Scaglione, Esse

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