Schuffenhauer

Die Abschied-Macher Silvia Meixner, 16.09.2018 10:59 Uhr

Berlin - Wenn ein Schuffenhauer-Auto vor der Tür steht, ist das Schicksal einer Apotheke längst besiegelt. Dann heißt es Abschiednehmen für den Apotheker. Zum ersten Besichtigungstermin erscheinen die Mitarbeiter im Auto ohne Logo. Damit die Mitarbeiter nicht verunsichert werden und keine Gerüchte aufkommen.

Ein bisschen ist es wie in der Begräbnis-Branche. Niemand sieht gern einen Leichenwagen, weil er uns an die eigene Endlichkeit erinnert. Diskretion ist in der Branche der Apothekenräumung oberstes Gebot. Die Geschäfte liefen immer gut, aber seit sieben Jahren boomt die Branche. „Wir haben jede Woche eine Schließung“, sagt Geschäftsführer Heiko Schmidt.

Das Unternehmen ist klein, aber effizient und residiert im unterfränkischen Sulzheim. Firmengründer Bernd Schuffenhauer eröffnete es im Jahr 1982 und hat es vor einigen Jahren verkauft. Der Name wurde beibehalten. Weil er für Qualität steht. „Ich habe ihn übernommen, weil er in der Branche eine Institution ist“, erklärt Schmidt. Seine fünf Mitarbeiter und er wissen, wie man eine Apotheke schnell in ihre Einzelteile zerlegt, Verwertbares von Sperrmüll unterscheidet und den verkaufbaren Rest veräußert. Alte Tresore nimmt Schuffenhauer mittlerweile nicht mehr an: „Niemand möchte sie kaufen, weil sie keine Brandschutzklasse vorweisen können.“

Für viele Apotheker ist das erste Gespräch mit dem Spezialunternehmen eine ernüchternde Stunde der Wahrheit. Die meist vor Jahrzehnten teuer gekaufte Einrichtung soll plötzlich nur noch ein paar hundert Euro wert sein? Und potenzielle Abnehmer stehen eher nicht Schlange, obwohl doch alles so schön ist? Manchmal sind die Gegenstände auch gar nichts mehr wert, weil sich der Einrichtungsgeschmack geändert hat oder alles abgenutzt ist. „Viele Apotheker sind erstaunt, wenn sie am Ende noch etwas bezahlen müssen“, sagt Schmidt. Mehr als 2000 Euro seien das aber nie.

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