Repetitorium Morbus Crohn

Azathioprin: Warten auf die Wirkung Dr. Kerstin Neumann, 18.03.2016 14:29 Uhr



Kommunikation: Besonders wichtig ist es, dem Patienten zu erklären, dass das vor einem Monat verordnete Mittel mit Azathioprin noch nicht seine volle Wirkung entfaltet hat. Das ist normal und zunächst kein Grund zur Sorge. Der verzögerte Wirkeintritt kann dadurch erklärt werden, dass der Wirkstoff auf genetischer Ebene Einfluss auf das Immunsystem nimmt und Veränderungen dieses komplexen Systems Zeit brauchen. Nebenwirkungen treten allerdings auch schon früher auf, darüber sollte der Kunde Bescheid wissen. Zu denen gehören vor allem zu Beginn der Therapie ein allgemeines Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit. Sollte sich trotz erhöhter Prednisolon-Dosis weiterhin vermehrt Durchfall einstellen, könnte das auf Azathioprin zurückzuführen sein. Dann muss in jedem Fall mit dem Arzt darüber gesprochen werden.

Um langfristigen Effekten der Prednisolon-Therapie auf die Knochen entgegenzutreten, kann dem Patient die Einnahme von Calcium- und Vitamin D-Präparaten angeraten werden. Die Gabe von 500 mg Calcium und 500 Internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D gilt dabei als Standard. Was die Begleitmedikation gegen Kopfschmerzen angeht, kann Entwarnung gegeben werden: Der Patient ist auf eine passende Medikation eingestellt. Falls die verwendete Dosis von 500 mg Paracetamol im Akutfall nicht ausreicht, kann er auf 1000 mg bis zu dreimal täglich erhöhen.

Therapie: Prednisolon gilt als Goldstandard in der Therapie von Morbus Crohn. Bei akuten Schüben wird die Therapie mit dem Kortison-Präparat mit 50 mg pro Tag durchgeführt. Die Einnahme erfolgt immer früh morgens. Azathioprin ist strukturell mit der Aminosäure Purin verwandt. Nach Umwandlung im Körper wirkt es auf zwei Weisen: Zum einen hemmt der Stoff die Synthese von DNA-Bausteinen; gleichzeitig wird das Molekül selbst in die DNA eingebaut. Dadurch wird die Aktivität und die Menge von B-Lymphozyten, Killerzellen und T-Lymphozyten des Immunsystems gehemmt.
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