Morbus Crohn

Zwei neue Wirkstoffe in Sicht APOTHEKE ADHOC, 19.05.2016 12:46 Uhr

Berlin - Anhaltender Durchfall und krampfartige Bauchschmerzen: Mehr als 400.000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Crohn, viele von ihnen bereits seit dem jungen Erwachsenenalter. Heilbar ist die Erkrankung bislang nicht. Doch die Behandlungsmöglichkeiten könnten sich in den nächsten Jahren deutlich verbessern. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) anlässlich des weltweiten Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ hin. Die Experten der Fachgesellschaft rechnen mit der Zulassung von zwei neuen Medikamenten, die sich in Studien als wirksam erwiesen haben.

Morbus Crohn gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, deren Ursache unbekannt ist und die bislang weder durch Medikamente noch durch eine Operation geheilt werden können. Die Erkrankung verläuft in Schüben, in denen die Patienten Kortison benötigen, das aber die Entzündung nicht immer ausreichend dämpfen kann. Seit einigen Jahren behandeln Gastroenterologen die Patienten zudem mit Antikörpern, die gezielt in die Entzündungsreaktion eingreifen.

„Diese Mittel haben die Behandlungsergebnisse vieler Patienten verbessert“, sagt Professor Dr. Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik für Schwerpunkt Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie an der Charité Campus Benjamin Franklin in Berlin. „Es gibt jedoch Patienten, die nicht auf die Therapien ansprechen oder bei denen die Wirkung im Alter nachlässt. Für diese Gruppe benötigen wir neue Wirkstoffe.“

Hohe Erwartungen setzt die Expertin derzeit auf Stelara (Ustekinumab). Der Wirkstoff ist seit 2009 zur Behandlung der Psoriasis zugelassen und hat sich dort als sicher erwiesen. Schon vor drei Jahren hatte eine klinische Studie gezeigt, dass das Mittel bei Patienten mit Morbus Crohn einen Schub beenden und danach die entzündungsfreie Phase aufrechterhalten kann. Inzwischen ist die klinische Entwicklung abgeschlossen. Experten rechnen damit, dass Ustekinumab im nächsten Jahr auch zur Behandlung des Morbus Crohn zugelassen wird.
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