Stößel & Co.

PTA bringt Rezeptur ins Schaufenster

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Berlin -

OTC-Packungen, Blumen und Jahreszeiten-Deko: Ein Apothekenschaufenster ist bestenfalls abwechslungsreich, weckt Interesse und ist nicht zu überladen. In der Vogelbeer-Apotheke in Lauter-Bernsbach bei Aue im Erzgebirge wird aktuell für Rezepturen geworben. Hinter der Idee steckt „Rezeptur-und Deko-Queen“ Doreen Kaufmann.

Kaufmann ist in der Vogelbeer-Apotheke von Antje Bertram für die Rezeptur und die Dekoration verantwortlich. Sie ist seit 2012 in dem Betrieb angestellt und kümmert sich auch um Öffentlichkeitsarbeit. In den Ferien führt sie etwa mit Kindern verschiedene Aktionen durch wie Zäpfchen gießen oder Salben rühren.

Rezeptur-Werbung in der Vor-Ort-Apotheke

Nach der Weihnachts- und Winterzeit wollte sie in das Schaufenster neuen Schwung bringen. „Ich wollte mal was anderes, etwas Außergewöhnliches“, sagt die 47-Jährige. Sie entschloss sich, für ihr Spezialgebiet zu werben: „Wir stellen Rezepturen individuell für Sie her“, heißt es jetzt auf einem Aushang. Dazu sind verschiedene Substanzen und Behälter, Stößel und bunt gefüllte Gläser abgebildet.

Das Schaufenster der Vogelbeer-Apotheke.
Im Schaufenster der Vogelbeer-Apotheke wird für Rezepturen geworben.Foto: Vogelbeer-Apotheke

Die Herstellung von Rezepturen sei eine wichtige Aufgabe der Vor-Ort-Apotheke. „Wir haben noch nie jemanden vertröstet und versuchen, bis spätestens am übernächsten Tag fertig zu sein“, sagt sie. Im Schnitt sind es drei bis vier Rezepturen pro Woche. Das war früher anders. Doch mit dem Wegzug von Arztpraxen habe sich die Zahl halbiert.

Kaufmann kam über den zweiten Bildungsweg in die Apotheke. Nach einer Ausbildung zur Köchin stellte sie fest, dass die Arbeitszeiten schlecht mit dem Familienleben vereinbar waren. Sie entschied sich nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2006 zur PTA-Ausbildung und fühlt sich in der Apotheke wohl.

Rezepturzahl sinkt in Apotheken

Wenn kein Fertigarzneimittel verfügbar ist, verschreiben Ärztinnen und Ärzte Rezepturen. 2024 wurden allein für gesetzlich Versicherte laut Abda-Zahlen rund zehn Millionen Rezepturen hergestellt, im Vorjahr waren es knapp elf Millionen. Der Hauptteil entfällt auf Standardrezepturen. Die individuellen Anfertigungen gibt es auch im Cannabis- oder Zytostatika-Bereich.

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