Plasmaspende: Wer, wofür, wie oft?

, Uhr

Berlin - Nach Angaben der Bundesregierung ist der Bedarf an Blutplasma in Deutschland durch eigene Spenden gedeckt. Pharmaherstellern steht der Bezug und Export von Ausgangsmaterialien innerhalb der EU frei – Plasma zur Fraktionierung kann somit in Drittstaaten bezogen werden. In den vergangenen zehn Jahren gab es stets einen Überschuss, sodass sogar Material exportiert werden konnte.

Die Menge des in Deutschland gespendeten Plasmas zur Fraktionierung beläuft sich auf rund drei Millionen Liter jährlich. In Deutschland fraktioniert wird nur eine Menge von rund zwei Millionen Litern. Somit kam es zwischen 2009 und 2018 jährlich zu einem Überschuss von rund einer Million Litern. Dieser Anteil wurde nicht in Deutschland verarbeitet und konnte exportiert werden. Diese Mengen sind laut Aussagen der Bundesregierung seit Jahren konstant – ein Mangel ist nicht zu befürchten.

Plasmafraktionierung

Mit der Plasmafraktionierung lassen sich einzelne Proteine aus menschlichem Blut gewinnen. Durch den Einsatz verschiedener physikalischer Methoden (Fällung, Filtration, Adsorption, Elektrophorese) kann die Substanz in einzelne Fraktionen aufgetrennt und weiter aufgereinigt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Löslichkeiten bei wechselnden pH-Werten und Temperaturen können die Eiweiße getrennt werden. Die aus Plasma gewonnenen Arzneimittel werden unter anderem bei Blutgerinnungsstörungen, Störungen der Immunabwehr und nach größeren Blutverlusten eingesetzt.

Beispiele für Plasmaproteine in Arzneimitteln

  • verschiedene Gerinnungsfaktoren (VII, VIII, IX, XIII)
  • Hyperimmunglobuline: Antikörper zum Schutz vor Rhesus-Unverträglichkeit, FSME, Hepatitis-B-Virus, Tetanus, Tollwut, Varicella-zoster-Virus
  • Prothrombin-Komplex
  • Humanalbumin
  • Antithrombin III
  • Fibrinkleber
  • Fibrinogen
  • Immunglobuline (polyvalent)

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Vermehrt bei Klinikpatienten
Studie: Gedächtnisprobleme nach Covid »
Warnungen vor „Flickenteppich“
Debatte über Ende der Corona-Notlage »
Mehr aus Ressort
Rückkehr der Kitakeime
RS-Virus: Kunden richtig beraten »
Großflächige Anwendung vermeiden
Achtung: Propylenglycol bei Kindern »
Weiteres