Blutkonserven werden knapp

Trotz Corona: Blutspenden finden weiterhin statt

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Berlin -

Immer weniger Menschen spenden aktuell Blut. Seitdem die ersten Fälle von Covid-19 in Deutschland bestätigt wurden, verzeichnen Einrichtungen einen Einbruch der Spenderzahlen. Eine Spende ist weiterhin möglich. Prinzipiell gilt, dass auch während Zeiten mit hohen Infektionszahlen – wie beispielsweise der Grippesaison – gespendet werden kann. Wer sich gesund fühlt, kann zur Blutentnahme gehen. Mehrere Bundesländer fordern die Bürger aktuell auf, aufgrund der Corona-Krise nicht davon abzulassen.

Prinzipiell gilt: Wer sich gesund fühlt und alle anderen Voraussetzungen erfüllt, kann auch jetzt spenden, so das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Menschen, die unter grippalen Infekten oder Erkältungssymptomen sowie Durchfall leiden, werden generell nicht zur Blutspende zugelassen, unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie.

Einzelne Bundesländer schlagen Alarm

Die Zahl der Blutspender geht seit der Ausbreitung des Coronavirus zurück. Blutspenden sind für eine komplette medizinische Versorgung unverzichtbar. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher rief zur weiteren Teilnahme an Blutspenden auf: „Ich rufe alle Brandenburgerinnen und Brandenburger auf, weiter Blut zu spenden, damit Patientinnen und Patienten sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können. Blutspenden sind für die medizinische Versorgung unverzichtbar.“

Sperrfristen nach Urlaub

Nach Auslandsaufenthalten gibt es aktuell für gewisse Regionen Sperrfristen. Reiserückkehrer aus folgenden Regionen werden für vier Wochen nach Rückkehr von der Blutspende ausgeschlossen:

  • Europa: Italien, Frankreich - Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne), Österreich (Bundesland Tirol), Spanien (Madrid),
  • Asien: Iran, China (Provinz Hubei, inkl. Stadt Wuhan), Südkorea (Provinz Gyeongsangbuk-do, Nord-Gyeongsang),
  • Amerika: USA (Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York)

Personen, die Kontakt zu einem an Coronavirus-Erkrankten oder zu einem Verdachtsfall hatten, werden ebenfalls für vier Wochen von der Blutspende ausgeschlossen. An Covid-19 Erkrankte werden für drei Monate nach Ausheilung von der Blutspende ausgeschlossen.

Blutspendetermine werden abgesagt

Blutspendetermine des DRK in Schulen und Gemeindehäusern werden aktuell häufig abgesagt, berichtet eine Sprecherin. Die Regelungen sind je nach Bundesland unterschiedlich, sodass Personen, die Blut spenden möchten, sich tagesaktuell darüber informieren sollten, ob der Termin wahrgenommen werden kann. Zur Terminabsage trägt die Schließung von zahlreichen öffentlichen Einrichtungen bei (Schulen, Universitäten, Volkshochschulen, Gemeindehäuser). Die Blutspendezentren bleiben weiterhin geöffnet.

Infektionsrisiko während einer Blutspende

Das Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 während eines Blutspendetermins stuft das DRK derzeit als gering ein. Es werden zusätzliche Schutzmaßnahmen in den Zentren getroffen, sodass beispielsweise eventuell Infizierte schon vor dem Betreten der Einrichtung identifiziert werden können. Menschen mit Erkältungssymptomen werden grundsätzlich nicht zur Blutspende zugelassen. Ob der Virus über Blutkonserven übertragen werden kann, ist laut Blutspendedienst bislang unklar – aktuell liegen keine Fälle vor, in denen eine Bluttransfusion der Auslöser einer Sars-CoV-2-Infektion war.

Terminfindung

Seit Sommer 2019 bietet das DRK einen digitalen Spenderservice an. Zurzeit können registrierte Nutzer sehen, ab wann sie wieder spenden dürfen. Darüber hinaus wird eine Übersicht der bereits geleisteten Spenden gegeben. Die integrierte Terminsuche bietet eine einfache Übersicht aller Blutspende-Möglichkeiten in der Umgebung. Um einen besseren Austausch zu ermöglichen, können Nutzer sich innerhalb des DRK-Forums mit anderen Mitgliedern austauschen. Über weitere Service-Tools kann ein potentieller Spender einen sogenannten Schnellcheck zur Spendetauglichkeit durchführen.

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