Der Covid-Arm: Tipps für die Beratung

, Uhr

Berlin - Impfreaktionen gehören bei den meisten Immunisierungen dazu. Auch die aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffe führen zu unterschiedlichsten unerwünschten Ereignissen, allen voran die Reaktionen an der Einstichstelle. Doch es kommt nicht nur zur Rötung und Schwellung – so sanft die Injektion auch war, viele klagen einige Stunden später über starke Schmerzen im Arm. Der sogenannte Covid-Arm hindert so manchen Impfling sogar am Tippen auf Handy oder PC. Was kann man den Betroffenen raten?

Es kann nach einigen Stunden, aber auch nach mehreren Tagen auftreten – der Arm fühlt sich nach der Impfung schwer und schmerzhaft an. Einige Impflinge klagen über ausstrahlende Schmerzen in die Schulter, selbst das Tippen auf der Tastatur fällt schwer. Der Covid-Arm scheint sich vor allem nach Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna zu entwickeln, wobei es zu der Spätreaktion wohl vor allem beim Vakzin des US-Herstellers kommt. Auch zeichnet sich eine Geschlechter-Tendenz ab: Frauen scheinen häufiger betroffen als Männer. Noch sammelt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Meldungen über diese Nebenwirkung.

In den Zulassungsstudien wurde sie nur selten beobachtet. Bei der klinischen Prüfung des Corona-Impfstoffs von Moderna in den USA und Kanada wurde nur sehr selten über verspätete Lokalreaktionen berichtet: 0,8 Prozent der Studienteilnehmer klagten nach der ersten Dosis über Rötung, Schwellung & Co. – nach der zweiten Impfung waren es nur noch 0,2 Prozent. Doch in der Praxis zeigt sich nun ein anderes Bild: Die Schmerzen im Arm, sei es unmittelbar nach der Impfung oder wenige Tage später, treten bei vielen Geimpften auf.

Bereits im März berichtete das PEI von wiederholt gemeldeten Fällen verzögerter Lokalreaktionen einschließlich verzögerter Hautreaktionen sowohl nach Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Moderna als auch mit dem von Biontech. Bei AstraZeneca wurden diese Meldungen nur vereinzelt verzeichnet. Die Gründe für den Covid-Arm sind aktuell ungeklärt. Vermutet wird eine verzögerte kutane Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang mit dem Aufbau des körpereigenen Immunsystems. „Es gibt keinen Grund, bei den betroffenen Personen die zweite Impfdosis auszusetzen oder zu verzögern“, so das PEI. Auch Moderna verweist auf die aktuellen Daten des PEI: Zum aktuellen Zeitpunkt ließen sich keine Aussagen zu möglichen Nebenwirkungen sowie deren Gründe treffen, die über die bereits veröffentlichten Informationen hinausgingen.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Kein Nachweis über Zusammenhang zu Lungenembolie
Bayer gewinnt Yasminelle-Prozess»
Live aus der Bundespressekonferenz
Impfzertifikate: 6 Euro ab Anfang Juli»
Auch Phoenix-Standort betroffen
NRW: Weitere Streiks im Großhandel»