Tariferhöhung

Adexa: 20 Prozent mehr sind realitätsfern

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Berlin -

Faire Tarifverträge und -gehälter – das sind unter anderem Ziele einer Gewerkschaft. Dabei müsse man aber realistisch bleiben, so die Adexa. Überzogene Forderungen seien tarifpolitisch kontraproduktiv. Zuvor hatte der Bundesverband PTA (BVpta) ein Plus von 20 Prozent als zeitgemäß genannt.

Der BVpta kritisierte die Tariferhöhung für Apothekenangestellte als nicht ausreichend. In den ersten Berufsjahren liegen demnach die grundlegenden Gehälter für PTA zu niedrig und werden dem Anspruch des Berufes nicht gerecht. Adexa-Chef Andreas May erklärt, warum die Gewerkschaft nicht mehr gefordert hat: „Das Statement des BVpta-Vorstandes verkennt die tarifpolitischen Realitäten. Ein Verband, der selbst keine Tarifverhandlungen führt, kann die Hintergründe schwerlich nachvollziehen“, sagt er. „Außerdem widerspricht es auch den ersten Jubelmeldungen des BVpta nach dem Abschluss in den Online-Medien, die fast so klangen, als wenn der BVpta selbst das Plus von 200 Euro erzielt hätte.“

Natürlich wünsche sich die Adexa für alle Angestellten „noch deutlich mehr“. Der Tarifvertrag solle eine Untergrenze markieren. Zudem böten „wirtschaftlich gut aufgestellte Apotheken“ häufig mehr. „Aber ohne eine bessere Finanzierung durch die Krankenkassen müssen wir auch tarifpolitisch Bodenhaftung bewahren.“

Zustimmung durch Inhaber:innen

Auch bei vielen Apothekenleiter:innen sei das ausgehandelte Plus von 200 Euro auf „große Zustimmung gestoßen“. Es sei nicht so, dass Inhaber:innen ihren Mitarbeitenden kein höheres Gehalt gönnen würden. „Manche blicken natürlich mit Sorgen auf ihre Zahlen. Denn es war ein ungewöhnlich hoher Sprung gerade bei PKA und PTA.“ Als Nächstes sollen „in Kürze“ neue Tarifgehälter für Nordrhein „und dann auch das Vertragswerk für Sachsen“ vorgestellt werden.

Das Tarifgehalt für Apothekenangestellte steigt rückwirkend zum Jahresanfang: Apotheker:innen und PTA bekommen 200 Euro mehr pro Monat, PKA ein Plus von 225 Euro. Im kommenden Jahr gibt es noch einmal 3 Prozent dazu. Hintergrund ist die geplante neue Mindestlohngrenze von 12 Euro – die den Druck auf die Löhne der pharmazeutischen Angestellten erhöhte. Was sich ändert und welche Berufsgruppe in welchem Berufsjahr ab sofort welchen Lohn bekommt, zeigt die Gehaltstabelle als Download.

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