Fehler im Fakten-Booster

Unschöne Fragen an Lauterbach

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Berlin -

Mit seinem „Fakten-Booster“ hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) derzeit Ärger. Denn einige Aussagen sind laut Kritikern nicht haltbar.

Seit Kurzem wirbt das BMG mit einer Anzeigenkampagne für die Boosterimpfung. Die dritte Ausgabe muss jetzt aufgrund eines „redaktionellen Fehlers“ nachgebessert werden: So hatte das BMG folgende Aussage veröffentlicht: „Etwa 10 Prozent der in Deutschland erkrankten Personen werden aufgrund eines schweren Covid-19-Verlaufs im Krankenhaus behandelt.“

„Dieser Satz ist missverständlich“, so ein Sprecher. Es müsse vielmehr richtig heißen, dass „bis zu 10 Prozent“ der in Deutschland erkrankten Personen aufgrund eines schweren Covid-19-Verlaufs im Krankenhaus behandelt wurden. „Aktuell liegt der Anteil laut RKI deutlich niedriger – und zwar zwischen 4 bis 5 Prozent.“ Aufgrund von Hinweisen habe man die Kampagne korrigiert.

Doch auch im zweiten Motiv waren nach Ansicht des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko eine problematische Aussage enthalten. Er will vom BMG wissen, auf welche wissenschaftliche Evidenz sich das Zitat stütze, dass Hirnschäden und Demenz mögliche Spätfolgen einer Sars-CoV-2-Infektion seien und dass eine zweite Auffrischimpfung diese „gerade bei den über 60-Jährigen [...] deutlich verringern“ könne. „Wie groß ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Zugewinn an Schutz gegen derartige Spätfolgen durch eine zweite Auffrischimpfung gegenüber einer einzelnen Auffrischung“, lautet seine Frage, die er am morgigen Mittwoch in der Fragestunde im Bundestag beantwortet haben will.

Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger will bei der Gelegenheit wissen, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dazu kommt, die telefonische Verordnung von Paxlovid vorzuschlagen – einem Medikament, das „nur bei starken Symptomen und bei besonders vulnerablen Patienten angewandt werden soll“. Wie die Bundesregierung die erhöhte Gefahr möglicher Neben- oder Wechselwirkungen einschätzt und welche haftungsrechtlichen Risiken in diesem Zusammenhang durch den Arzt oder sonstige Stellen zu erwarten sind. In einem Fakten-Booster hatte Lauterbach im Zusammenhang mit Paxlovid auch den Botendienst der Ärzte beworben.

Auch Pilsingers zweite Frage hat es in sich: Welche Kosten denn für die rund 10 Millionen Dosen des neuen BA.1-Impfstoffes auf den Bund zukommen und was soll mit den noch vorhandenen alten Impfstoffen geschehen soll, wenn nun vorrangig der neue BA.1-Impfstoff verabreicht werden solle? Ließe sich direkt anschließen, was denn mit den BA.1-Dosen passieren soll, wenn nun auch noch der BA.4/BA.5-Impfstoff ausgeliefert wird.

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