Letzte Sonntagsfrage aus der Apotheke

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Berlin - Die Union könnte die große Verliererin der Bundestagswahl in der Apotheke sein: Laut einer aktuellen aposcope-Umfrage büßt sie fast die Hälfte der Wähler:innen aus der Offizin ein. Viele Apotheker:innen und PTA sind aber auch noch unentschlossen, wem sie am kommenden Sonntag ihre Stimme geben sollen.

CDU und CSU würden mit 23,4 Prozent zwar immer noch die meisten Stimmen auf sich vereinen, im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 wäre das aber ein dramatischer Absturz. Nach eigenen Angaben haben damals noch 45 Prozent der Teilnehmer:innen die Union gewählt. Nur bei den Inhaber:innen erreicht die Union aktuell noch solche Werte – die hatten allerdings 2017 sogar zu zwei Dritteln CDU/CSU gewählt, wenden sich also auch in erheblichem Umfang von den Unionsparteien ab. Unter den befragten Filialleiter:innen landen CDU/CSU aktuell mit 14,8 Prozent sogar nur auf Platz 4 hinter Grünen (22,2 Prozent), SPD und FDP (beide 18,5 Prozent).

Aktuell im Aufwärtstrend in der Apotheke liegen die Grünen mit 15,3 Prozent und die FDP mit 14 Prozent. Beide können im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren zulegen. Das gilt vor allem für die Liberalen, die 2017 von den Apothekenteams sogar aus dem Parlament gewählt worden wären. Möglicherweise wollen viele Apotheker:innen und PTA in einer nicht unwahrscheinlichen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP eine möglichst starke bürgerliche Stimme haben und wählen deshalb diesmal Gelb statt Schwarz.

Die SPD verharrt in der Umfrage bei 12 Prozent – der bundesweite Trend mit Spitzenkandidat Olaf Scholz als Zugpferd setzt sich also in der Apotheke nicht fort. Doch die Sozialdemokraten haben seit Jahren einen schweren Stand in der Offizin: 2017 wählten nach eigenen Angaben nur 8,8 Prozent die SPD. Positiv gesehen könnten die Sozialdemokraten also ihr Ergebnis um mehr als ein Drittel verbessern. Die AfD (3,9 Prozent) und die Linke (3,2 Prozent) würden dagegen an der 5-Prozent-Hürde scheitern, ginge es nach den Apothekenteams.

Die Wählerwanderung zeigt, dass mehr als die Hälfte (54 Prozent) der aktuellen FDP-Wähler:innen 2017 noch für die Union gestimmt haben, unter den SPD-Wähler:innen sind es 46 Prozent sowie 30 Prozent bei den Grünen. CDU und CSU können dagegen fast nur Stammwähler halten und kaum Zugewinne von anderen Parteien verzeichnen. Ähnliches Bild bei der AfD, die allenfalls ein paar Nichtwähler mobilisiert.

Allerdings dürfen alle Parteien noch auf Zuwächse hoffen, denn 18,5 Prozent der Teilnehmer:innen gaben an, noch unentschlossen zu sein, während sich nur 1,3 Prozent als Nichtwähler:in bezeichnen. Zum Vergleich: Bei der aposcope-Sonntagsfrage vom 26. August waren noch 37 Prozent der Teilnehmer:innen unentschieden.

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