Große Wählerwanderung in der Apotheke

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Berlin - Einen Monat vor der Bundestagswahl wissen die meisten Apotheker:innen und PTA noch nicht, wo sie ihr Kreuz setzen werden: 37 Prozent gaben bei einer aposcope-Umfrage an, „unentschlossen“ zu sein, unter den PTA sogar fast jede zweite (47 Prozent). Es zeichnet sich aber ab, dass vor allem die Union Federn lassen muss. Das dürfte auch an der Performance von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn liegen, dem die Apothekenteams kein gutes Zeugnis ausstellen.

Angesichts der großen Unsicherheit ist für alle Parteien noch viel zu holen. Die beste Startposition hat nach wie vor die Union: 18 Prozent würden aktuell CDU oder CSU ihre Stimme geben, unter den Inhaber:innen sind es 28 Prozent. Dieses Umfrageergebnis ist trotzdem ein katastrophaler Wert: Bei der Bundestagswahl 2017 hatten nach eigenen Angaben noch 71 Prozent der Apothekenleiter:innen die Union gewählt, hier drohen also massive Verluste.

Auf Platz 2 landen die Grünen mit 13,8 Prozent, sie haben den größten Zuspruch bei angestellten Approbierten (25,7 Prozent) und Filialleiter:innen (22,2 Prozent). Die SPD würden 11,6 Prozent wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Unter den Inhaber:innen hat die SPD wie gewohnt einen schweren Stand (6,9 Prozent).

Die FDP hat ihren Ruf als einstige Regierungspartei bei ihrer letzten Regierungsbeteiligung zwischen 2009 und 2013 nachhaltig zerstört und kommt in der Apotheke nur noch auf 6,4 Prozent. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass frühere Forderungen etwa nach Ketten und freien Preisen fallen gelassen wurden. Linke und AfD (je 2,9 Prozent) wollen die Apotheker:innen und PTA nicht einmal mehr im Bundestag sehen. Jeweils 1,6 Prozent der Befragten wollten keine Angabe machen oder haben sich als Nichtwähler:innen erklärt.

27 Prozent gaben an, dass ihre Wahlentscheidung von der Apothekenpolitik der Parteien stark oder sehr stark beeinflusst wird, weitere 42 Prozent sprechen immerhin noch von einem moderaten Einfluss. Und da könnte die aus Sicht der Apothekenteams sehr mäßige Leistung des Gesundheitsministers durchaus einen Einfluss haben: Rückblickend stellen die Befragten Spahn kein gutes Zeugnis aus: 71 Prozent bewerten seine Arbeit während der gesamten Legislaturperiode als nicht gut, rund jeder Vierte sogar als „überhaupt nicht gut“. Nur wenig besser fällt die Bewertung seines Krisenmanagements aus: Zwei Drittel sind nicht zufrieden damit.

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