Preis: Apotheken stärken statt kaputtsparen

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Berlin -

Im Vorfeld der Bundestagswahl hat der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) mehrere Gesundheitspolitiker zu einer Klausurtagung eingeladen. Im Gespräch mit Bärbel Bas (SPD) und Dr. Georg Kippels (CDU) warb Verbandschef Thomas Preis für eine konsequente Fortsetzung der Apothekenstärkung in der nächsten Legislaturperiode.

Die beiden Vertreter der Regierungsparteien lobten laut AVNR das Engagement der Apotheken in der Corona-Krise. Bas sagte, die Pandemie habe gezeigt, dass man die Apotheken brauche, um die Versorgung in der Fläche sicherzustellen. Im Hinblick auf die vielfach sehr kurzfristige Übernahme zentraler Aufgaben zur Pandemiebewältigung betonte sie: „Sie haben einfach gemacht, ohne zu wissen, was sie dafür bekommen.“ Dass Apotheken in Vorleistung gegangen seien und die neuen Aufgaben bewältigt hätten, müsse gelobt werden.

Auch Kippels findet, dass sich Apotheken mit ihrem Engagement in der Pandemie einen Vertrauensbonus erarbeitet hätten. Vom Anbeginn der Pandemie seien seien die Teams in gesundheitsrelevanten Fragen als sehr wertvoller Ansprechpartner für die Bevölkerung zur Stelle gewesen, so Kippels. Er betonte, die Apotheken vor Ort hätten sich als wichtiger Baustein in der Versorgung bewährt und müssten unbedingt im Bestand gesichert werden.

Aus dem Kreis der Beiratsmitglieder auf die überbordenden bürokratischen Auflagen im Apothekenalltag angesprochen, versprach Bas, dass man Bürokratie künftig einsparen und „den Kontrollwahn zurückfahren“ werde. „Dokumentation muss sein. Das, was dokumentiert wird, muss aber auch genutzt werden.“ Bas betonte diesbezüglich zudem, die Vergütung müsse stimmen: Für eine Dienstleistung müsse es ein angemessenes Budget geben, das dann abgerechnet werden kann.

In diesem Zusammenhang forderte Preis, die derzeit noch zeitlich befristeten Lockerungen bei der Abgabe von Rabattarzneimitteln nach Ablauffrist unbedingt fortzuführen. Das beste Argument dafür sei neben der bürokratischen Entlastung der Apothekerinnen und Apotheker vor allem die nachweislich bessere Versorgung der Menschen.

Nicht nur in der Pandemie, auch in anderen Notsituationen müsse die Versorgung unbürokratischer geregelt werden, forderten die Mitglieder aus dem Beirat: Die Hochwasserkatastrophe, von der auch einzelne Regionen in Nordrhein schwerwiegend betroffen waren, habe hier den Handlungsbedarf offengelegt. Laut Preis müsste es in begründeten Fällen möglich sein, die Notfallversorgung im Sinne der betroffenen Opfer schnellstmöglich sicherzustellen und auch abrechnen zu können. Bas und Kippels zeigten Verständnis für diese Forderung; der CDU-Abgeordnete sicherte zu, dass für die im Katastrophengebiet geleistete Notfallversorgung auch wirtschaftliche Erstattungsansprüche geprüft würden.

Preis ließ keinen Zweifel daran, dass die Apotheken der Politik in der Pandemie vielfach aus schwierigen Situationen geholfen hätten – Stichwort Desinfektionsmittel und Impfnachweise. Er forderte die Politik auf, die in dieser Legislaturperiode angestoßene Stärkung der Apotheken bei einer Regierungsbeteiligung konsequent fortzusetzen. Auch wenn die Finanzlage der Sozialkassen pandemiebedingt herausfordernd sei, dürfe eine neue Bundesregierung keine Verteilungskämpfe zu Lasten der Apotheken vor Ort entstehen lassen, so Preis. Denn die Verlierer seien dann die Bürgerinnen und Bürger.

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