Grüne: Rx-Preisfreigabe und Sicherstellungszuschlag

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Berlin - Die Grünen sind gegen ein Rx-Versandverbot und für „flexiblere“ Arzneimittelpreise. Um die Versorgung zu sichern, will die Partei auf der anderen Seite einen Fonds für Landapotheken nach dem Modell der Notdienstvergütung errichten. Das geht aus der Antwort der Bundesgeschäftsstelle im Auftrag von Grünen-Chefin Annalena Baerbock hervor.

Der Verein Verbund Starke Apotheken (VSA) hat einen Fragenkatalog an alle Bundestagskandidat:innen geschickt – auch an die grüne Kanzlerkandidatin Baerbock. Da die Parteivorsitzende terminlich sehr stark eingebunden ist, kam die Antwort aus der Bundesgeschäftsstelle. Auf die zehn Ja/Nein-Fragen gehen die Grünen nicht einzeln ein, fassen ihre Position zu Apothekenthemen stattdessen in einem Fließtext zusammen. Die Inhalte erinnern an einen Änderungsantrag der Fraktion aus dem Jahr 2019.

Die Apotheke vor Ort hat aus Sicht der Grünen „eine zentrale Funktion für eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung“. Die Benachteiligung inländischer Apotheken gegenüber ausländischen Versandapotheken müsse daher beendet werden, fordern die Grünen, denken dabei aber nicht an Einschränkungen des Versandhandels. Stattdessen müssten zum Beispiel müssten „flexiblere Preise ermöglicht werden“.

Die Grünen hatten schon in der Vergangenheit wiederholt ein Höchstpreismodell für verschreibungspflichtige Arzneimittel vorgeschlagen. Daran halten sie fest: Ein Höchstpreissystem sei neben weiteren Maßnahmen der richtige Ansatz, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu sichern.

Ein Rx-Versandverbot lehnen die Grünen bekanntermaßen ab, daran hat sich nichts geändert. Die bestehende Apothekenlandschaft spiegele die unterschiedlichen Präferenzen der Patient:innen wider: Während viele von ihnen die Apotheke vor Ort für ihre Arzneimittelversorgung nutzten, setzten andere auf Versandapotheken. „Daher wollen wir die Vielfalt der Vertriebswege erhalten.“ Ein vollständiges Verbot sei europa- und verfassungsrechtlich problematisch und würde aus Sicht der Grünen auch den Patient:innen schaden, die auf den Versandhandel angewiesen sind. Zudem würden Arbeitsplätze in deutschen Apotheken verloren gehen, die einen Versand betreiben.

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APOTHEKE ADHOC Debatte

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