Dahmen (Grüne): Keine Ketten, aber Umverteilung

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Was mit den Grünen auf die Apotheken zukommen könnte, erklärt Dr. Janosch Dahmen im „Kandidatencheck“.
Berlin -

Mit der unbedingten Abkehr vom „Weiter so“ gehen die Grünen in die Bundestagswahl. Das gilt auch für die Gesundheitspolitik. Was auf die Apotheken zukommt und warum sie sich darauf einlassen sollten, erklärt Dr. Janosch Dahmen im „Kandidatencheck“.

Dahmen lässt keinen Zweifel daran, dass die Grünen den Apothekenmarkt neu gestalten wollen. „Die bisherige Bundesregierung hat sich darauf konzentriert, den alten Bestand der Apothekenversorgung fortzuschreiben und nicht neue Formen der Apothekenversorgung in Gesetzgebung und Finanzierung aufzunehmen“, so seine Botschaft.

Damit meint er aber keineswegs eine radikale Liberalisierung, wie sie die Grünen vor einigen Jahren forderten: „Apothekenketten wären keine gute Lösung für unser Land“, so Dahmen. „Denn sie würden tatsächlich eine echte und gute Versorgung durch Apotheker:innen als Heilberufe mit direktem Bezug zu ihren Patienten schwächen – und damit unser Gesundheitssystem am Ende des Tages schlechter machen und die Versorgung der Menschen in unserem Land untergraben.“

Vielmehr gehe es darum, die Apotheken zu stärken, „indem wir erstens die Finanzierungrundlage anpacken und zweitens die Struktur der Apothekenlandschaft und das Arbeitsumfeld der Apotheker:innen stärker in den Blick nehmen“. So geht es für ihn darum, die „schleichende Zentralisierung“ durch die packungsabhängige Honorierung zu beenden: Bei größerem Umsatz sollten Apotheken nach seinem Modell geringere Pauschalen abrechnen dürfen. Denn bei der Weiterentwicklung der Apothekenlandschaft geht es aus seiner Sicht darum, „die Versorgung vernünftig sicherzustellen und gleichzeitig die Kompetenzen zu nutzen. Versichertengelder sollten im Sinne einer modernen Versorgung eingesetzt werden.“

Laut Dahmen muss die Politik auch unterversorgte Regionen ohne wohnortnahe Apotheke stärker in den Blick nehmen: „Wir müssen uns ehrlich machen: Wo gibt es eine Unterversorgung?“ Ein denkbares Modell für ihn wäre es, dass sich mehrere Apotheken aus der Region die Versorgung in kleinem Umfang in Form eines „Mehrfachbetriebs“ sichern.

Über eine Reform des Gesundheitsberufegesetzes will Dahmen die Eigenständigkeit der Apotheken stärken und diese deutlich als therapeutischen Beruf verankern. Seiner Meinung nach muss die Zusammenarbeit zwischen Ärzt:innen und Apotheker:innen dringend verbessert werden. Beratungsangebote müssten besser honoriert und die technische und organisatorische Kooperationen gefördert werden.

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