Dahmen (Grüne): Boostern in der Apotheke

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Berlin -

Der Grünen-Gesundheitsexperte und Arzt Dr. Janosch Dahmen ist unzufrieden mit dem Verlauf der Corona-Impfungen in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. „Nach der Schließung der meisten Impfzentren erfüllen die Praxen die in sie gesetzten Erwartungen erkennbar nicht, weder bei den Erst- noch bei den Booster-Impfungen“, sagte Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das Tempo bei den Erst- und Zweiimpfungen und beim Boostern reicht nicht aus.“

Der Grünen-Politiker betonte: „Wenn das Impftempo in der Regelversorgung der Praxen nicht ausreicht, werden wir endlich auch an anderen Stellen, beispielsweise Apotheken, impfen müssen.“ Er zeigte sich besorgt über die aktuelle Pandemie-Lage. „Schon in den nächsten Wochen könnte die Zahl der Intensivpatienten wieder auf bis 3000 steigen. Wenn dann noch eine heftige Grippewelle dazu kommt, laufen wir in eine Katastrophe hinein“, sagte er.

Das DIVI-Register verzeichnete am Sonntag 1984 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Zum Höhepunkt der Pandemie im Januar 2021 waren es mehr als 5700.

Dahmen scheut sich nicht, die eigenen Kolleg:innen zu kritisieren – er ist selbst Arzt (Facharztweiterbildung für Unfallchirurgie). Im Bundestag ist er erst seit November 2020 als Nachrücker für Katja Dörner. Dahmen war in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied im Gesundheitsausschuss. Bei der Bundestagswahl ist er über die Landesliste Nordrhein-Westfalen erneut in den Bundestag eingezogen.

Im Video-Interview mit APOTHEKE ADHOC erklärte Dahmen vor der Bundestagswahl, was die Grünen in der Gesundheitspolitik und im Speziellen mit den Apotheken vorhaben. Die Grünen planen unter anderem eine Umlage für schwächere Apotheken in versorgungsschwachen Regionen.

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