Streichung als Kassenleistung

Homöopathie: Lindemann lobt Lauterbach

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Berlin -

Mit seiner Ankündigung, Homöopathie aus der Erstattung durch die Kassen zu streichen, stößt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Zustimmung beim Koalitionspartner.

„Dieser Schritt ist überfällig“, kommentiert Lars Lindemann, in der FDP-Fraktion für den Bereich Arzneimittel zuständig. „Wer Leistungen in Anspruch nehmen möchte, für die es keine wissenschaftliche Evidenz gibt, darf diese haben, denn wir sind ein freies Land. Eine Bezahlung solcher Leistungen durch die Solidargemeinschaft kann man sich zwar wünschen, entspricht aber nicht ihrer Aufgabe.“

Wie der „Spiegel“ am Mittwochabend berichtete, verschickte Lauterbachs Ministerium ein Empfehlungspapier an andere Ministerien, in dem dargelegt wird, wo bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gespart werden kann. Darin heißt es dem Bericht zufolge: „Leistungen, die keinen medizinisch belegbaren Nutzen haben, dürfen nicht aus Beitragsmitteln finanziert werden.“ Und weiter: „Aus diesem Grund werden wir die Möglichkeit der Krankenkassen, in der Satzung auch homöopathische und anthroposophische Leistungen vorzusehen, streichen und damit unnötige Ausgaben der Krankenkassen vermeiden.“ Zusatzversicherungen sollen aber weiter möglich sein.

Lauterbach hatte bereits im Oktober 2022 gesagt, die Streichung von Homöopathie als Kassenleistung zu erwägen. „Obwohl die Homöopathie vom Ausgabenvolumen nicht bedeutsam ist, hat sie in einer wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik keinen Platz“, sagte er damals dem „Spiegel“. Dem Magazin zufolge würden durch die Maßnahme höchstens zehn Millionen Euro eingespart.

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