FDP: Wie sicher ist die Rezeptabrechnung?

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Berlin -

Die FDP sieht nach der AvP-Pleite einen „erheblichen Verbesserungsbedarf“ bei Factoring-Dienstleistern im Gesundheitssystem. Der FDP-Abgeordnete Dr. Wieland Schinnenburg und seine Fraktion fragen bei der Bundesregierung auch nach Unregelmäßigkeiten bei den Abrechnungssystemen insgesamt.

Die FDP fordert eine lückenlose Aufklärung der AvP-Insolvenz und der Rolle der Bundesregierung sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Und unabhängig vom Einzelfall müssten Abrechnungs- und Factoring-Dienstleistungen „immer über Treuhandkonten abgewickelt werden, damit Leistungserbringer im Gesundheitssystem nicht durch Insolvenzen bei Factoring-Unternehmen ebenfalls zahlungsunfähig werden oder sogar das Privatvermögen etwa von Ärzten gefährdet ist“. Die BaFin solle daher überwachen, dass ein solches Treuhandkontomodell bei allen Anbietern praktiziert wird, fordert die FDP.

Die Liberalen möchten wissen, wie viele Factoring-Anbieter es im Gesundheitswesen überhaupt gibt, welche Volumina diese bewältigen und warum sie von den Leistungserbringern beauftragt werden. Auch nach den jährlichen Kosten im GKV-System fragen Schinnenburg & Co.

In Folge der AvP-Pleite hat sich die BaFin das Thema Rezeptabrechnung insgesamt zur Brust genommen. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC hat der Whistleblower im AvP-Fall die Behörde auf allgemeine Probleme der Branche hingewiesen. Ob es sich dabei aber um die Treuhandkonto-Thematik handelt, ist nicht bekannt. Die BaFin kann zu aktuellen Untersuchungen keine näheren Angaben machen.

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