E-Rezept: DAV-App kostet eine Million Euro

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Über die WebApp des DAV sei im Rahmen eines vom Berliner Apotheker-Verein (BAV) durchgeführten Pilotprojektes am Freitag zum ersten Mal ein E-Rezept von einer Arztpraxis über das mobile Endgerät eines Patienten an eine Apotheke übermittelt worden. Dieses Pilotprojekt wird durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gefördert. Der Teilnehmerkreis werde aktuell kontinuierlich erweitert. Spätestens bis zum Jahresende werden laut DAV bis zu 40 Apotheken und bis zu 15 Arztpraxen in Berlin, die natürlich auch mit ihren jeweiligen spezifischen Warenwirtschafts- beziehungsweise Praxisverwaltungssystemen weiterarbeiten können, technisch in der Lage sein, E-Rezepte zu verarbeiten. Zum weiteren Fortgang des Projektes sagt Becker: „Es geht jetzt um zwei Dinge: Wir wollen möglichst schnell Praxiserfahrung im Projekt sammeln. Und wir werden die Minderheit an Apotheken, die sich noch nicht für die DAV-WebApp registriert haben, ebenfalls an Bord holen, damit wir eine komplett flächendeckende bundesweite Lösung bekommen.“

Das Berliner E-Rezept-Pilotprojekt läuft auf Gerda-Basis über das Berliner Apothekenrechenzentrum. Bei Noventi ist man daher nicht gut auf die Berliner Apotheker zu sprechen. Die Vorwürfe sind hart: BAV und DAV hätten das Berliner E-Rezept auf Grundlage von Noventi-Technologie aufgebaut, Noventi daraufhin aber von der Durchführung ausgeschlossen. „Das Berliner Projekt baut komplett auf Gerda auf“, heißt es vom Softwareanbieter. So werde in Berlin zwar zwecks Verwendung der DAV-WebApp ein anderer Barcode verwendet als im Ländle – der Rest sei aber im Wesentlichen identisch. Noventi hatte nach eigenen Angaben eine maßgebliche Rolle bei der Konzipierung des E-Rezepts in Baden-Württemberg gespielt, unter anderem stellt der IT-Konzern den E-Rezept-Speicher, auf dem die digitalen Verordnungen abgelegt werden.

Über die NGDA ist Noventi auch an der Entstehung des derzeitigen Berliner E-Rezept-Projekts beteiligt gewesen – jener Noventi-Rezeptspeicher kommt auch in Berlin zum Einsatz. Dafür habe man sogar Konfigurationen am System vorgenommen. Dennoch: Für Apotheken, die Warenwirtschaftssysteme von Awinta benutzen, sei nach wie vor nicht klar, ob sie das Berliner E-Rezept empfangen und verarbeiten können. Auch die VSA als Rechenzentrum sei vom Projekt ausgeschlossen, stattdessen setzen BAV und DAV auf die Rezeptabrechnungsstelle Berliner Apotheker (RBA), die wiederum die technische Infrastruktur des ARZ Haan nutzt.

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