KBV: Ärzte sollten Interaktion prüfen

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Berlin - Ab Oktober haben Patienten ein Recht auf einen Medikationsplan in Papierform. Wie dieser genau aussehen soll, ist noch offen. Apotheker und Ärzte haben nun ausgehandelt, wer was wie in den Plan schreiben darf oder muss. Diese Vereinbarung soll im Mai in Kraft treten, die Inhalte sollen bis dahin noch nicht öffentlich gemacht werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hofft auf die Hilfe der Apotheker in Sachen OTC – Interaktionen würden die Ärzte aber lieber selbst kontrollieren.

Mit dem E-Health-Gesetz wird geregelt, dass Patienten ab dem 1. Oktober Anspruch auf einen Medikationsplan von ihrem Arzt haben. Voraussetzung ist, dass mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig eingenommen werden. Ärzte müssen die Patienten zudem über ihren Anspruch informieren.

Auf dem Medikationsplan sollen nicht nur die verordneten Arzneimittel, sondern auch OTC-Präparate und relevante Medizinprodukte stehen, etwa ein Insulinpen oder ein Inhalator für Asthmatiker. Hinweise zur Anwendung der Medikamente sollen auf dem Plan vermerkt werden. Auf dem Plan soll außerdem der Grund stehen, aus dem ein Arzneimittel eingenommen wird. Bei Metoprololsuccinat könnte dann zum Beispiel „Herz/Blutdruck“ stehen und bei Simvastatin „Blutfette“ – also eine laienverständliche Indikation.

Wie das in der Praxis umgesetzt werden kann, hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Deutschen Apothekerverbands (DAV), der Bundesärztekammer (BÄK) und der KBV diskutiert. Die drei Organisationen legen Inhalt, Struktur und Vorgaben für Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans fest und sollen ein Verfahren zu seiner Fortschreibung entwickeln. Ende des Monats soll die dreiseitige Vereinbarung endgültig stehen.

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