Senioren verstehen ihre Medikation nicht

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Berlin - Je mehr Arzneimittel ältere Patienten einnehmen, desto weniger ist ihnen die jeweilige Indikation des Wirkstoffs bekannt. Das ergibt eine Studie der Universität Maastricht, die im Fachjournal „Age und Ageing“ veröffentlicht wurde. Mit der Mulitmedikation verschreibungspflichtiger Präparate sinke die Therapieadhärenz der älteren Patienten, heißt es. Ältere, die in Partnerschaften leben, hätten den Forschern zufolge Vorteile gegenüber Alleinlebenden.

Die Daten wurden über Fragebögen und Heiminterviews erhoben. 754 multimorbide Patienten, die 60 Jahre oder älter waren und mehr als fünf Präparate zeitgleich einnahmen, wurden zu ihrer Medikation befragt. Dazu interviewten Krankenschwestern die ausgewählten Probanden, die zuvor zur Teilnahme der Studie einwilligten.

Evaluiert wurden die Informationen mittels der Methode „Multiple Logistic Regression“, nach der Wahrscheinlichkeiten berechnet werden. Dabei steht das Wissen über die Indikation der Arzneimittel als eine Variable anderer erklärender Variablen wie Geschlecht, Alter, Bildungsgrad und Lebenssituation gegenüber. Unter anderem waren 17 Apotheker an der Auswertung beteiligt.

Laut der Studie nehmen ältere Patienten im Durchschnitt zwei bis neun verschreibungspflichtige und ein bis zwei Arzneimittel ohne Rezept ein. Das Einnehmen mehrerer Medikamente erhöhe das Risiko für Nebenwirkungen, und ältere Patienten seien aufgrund ihrer Pharmakokinetik und Pharmakodynamik anfälliger für unerwünschte Wirkungen. Außerdem weichen Patienten von ihrer verschriebenen Therapie ab, wenn die Zahl der einzunehmenden Präparate steige. Therapietreue hängt maßgeblich vom Wissen der Indikation ab, sagen die Wissenschaftler.

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