Apotheker „dürfen“ handschriftlich ergänzen

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Berlin - Apotheker und Ärzte haben eine gemeinsame Vereinbarung zur Erstellung von Medikationsplänen vorgelegt. Darin sind Inhalt und Struktur des Plans, Vorgaben für die Aktualisierung und ein Verfahren zur Fortschreibung festgelegt. Apotheker können den Plan demnach zunächst handschriftlich ergänzen, etwa um die tatsächlich abgegebenen Rabattarzneimittel. Die Ärzte müssen diese Änderung aber nicht übernehmen.

Ab Oktober haben Patienten, die mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen, laut E-Health-Gesetz ein Recht auf Erstellung und Aktualisierung eines Medikationsplans. Die dafür notwendige Rahmenvereinbarung wurde vom Deutschen Apothekerverband (DAV), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) auf den Weg gebracht und ist im Mai in Kraft getreten.

In der Vereinbarung ist ausdrücklich geregelt, dass der Medikationsplan die Anamnese ergänzt und unterstützt, diese aber nicht ersetzt. Denn Vollständigkeit und Aktualität der Daten könnten nicht für jeden Fall gewährleistet werden. Das beginnt bei der Selbstmedikation: OTC-Medikamente, die der Versicherte ohne ärztliche Verschreibung kauft, können auf Wunsch des Patienten eingetragen werden – müssen es aber nicht. Zudem muss die Apotheke die Angabe nur ergänzen, wenn dies pharmazeutisch notwendig erscheint. Auch der Arzt kann davon absehen, Arzneimittel in den Plan aufzunehmen, wenn der Patient dies wünscht.

Die Erstellung und Aktualisierung des Plans soll im Regelfall der Hausarzt übernehmen. Nur wenn der Versicherte keinen Hausarzt in Anspruch nimmt, soll der behandelnde Facharzt den Plan ausstellen. Der Mediziner, der den Plan erstellt hat, ist zunächst auch für die Aktualisierung verantwortlich, sobald er selbst die Medikation ändert oder von einer Änderung erfährt. Ab 2019 soll der Medikationsplan in elektronischer Form vorliegen, etwa auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Wenn der Patient den Zugriff auf seine Daten erlaubt, sollen dann alle Ärzte und Apotheker den Plan aktualisieren müssen.

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