Kiefer: Gröhe ist zu kurz gesprungen

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Berlin - Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), hat den Medikationsplan in seiner derzeitigen Form harsch kritisiert: „Die Probleme des Medikationsplans in Papierform sind offenkundig: Wenn nicht bereits vor seiner Erstellung eine umfassende Medikationsanalyse durchgeführt wird und der Patient im Anschluss kontinuierlich von Arzt und Apotheker gemeinsam betreut wird, bleibt der Medikationsplan ein Muster ohne Wert“, sagte Kiefer auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Meran.

„Ein Medikationsplan ohne begleitende Medikationsanalyse und kontinuierliches Medikationsmanagement ist zu kurz gesprungen“, so Kiefer. Ein Plan in Papierform alleine verbessere die Arzneimitteltherapiesicherheit nicht und könne nur ein erster Schritt sein. Die Bundesapothekerkammer hatte für sich selbst bereits 2014 Kriterien für die Medikationsanalyse und das Medikationsmanagement definiert.

Ab Oktober sollen Patienten, die mindestens drei Arzneimittel verschrieben bekommen, Anspruch auf einen Medikationsplan haben. Anfang Mai haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesärztekammer (BÄK) und der Deutsche Apothekerverband (DAV) auf eine Vereinbarung zur Umsetzung verständigt.

Darin ist unter anderem geregelt, dass der Hausarzt den Medikationsplan erstellt und aktualisiert. Nur wenn der Versicherte keinen Hausarzt in Anspruch nimmt, soll der behandelnde Facharzt den Plan ausstellen. Apotheker ergänzen auf Wunsch des Patienten die Selbstmedikation oder ausgetauschte Präparate.
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