Buse: E-Rezept statt Medikationsplan-Honorar

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Berlin - Mehr Tempo bei der Digitalisierung: Das ist das erklärte Ziel von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Das E-Health-Gesetz enthält einen Fahrplan für die Einführung der Telematik-Infrastruktur. In der Branche freut man sich, dass es losgeht – doch es könnte schneller gehen. Und jeder hat noch Wünsche, die Versandapotheken etwa das elektronische Rezept. Auf eine Honorierung des Medikationsplans würden sie im Gegenzug zunächst verzichten.

Christian Buse, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA), fordert eine Serverlösung, damit die Medikationsdaten direkt in der Apotheke oder der Facharztpraxis landen. „Wenn man den Informationsaustausch ernsthaft betreiben möchte, braucht man einen Server“, ist er überzeugt. Ausdrucke oder auch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) seien keine Lösung.

Schon heute seien Apotheken softwaretechnisch nicht schlecht aufgestellt, so Buse. Jede Apotheke könne bereits einen Interaktionscheck machen, denn das Entscheidende sei die Interpretation des Wechselwirkungschecks durch einen Heilberufler. Die Aufzählung von Wechselwirkungen durch die IT allein helfe den Patienten gar nicht. Bei der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) gehe es um die Bewertung der Daten. Das kann aus seiner Sicht jede Apotheke.

Er sieht den Medikationsplan daher als Baustein von AMTS, „damit alle die gleiche Datenbasis haben“. „Wenn der Patient weiß, was er nimmt, ist das schon viel wert“, so Buse. Mit der Liste könne er zum Hausarzt gehen – niedrigschwelliger sei aber sicher die Apotheke. Schon heute würden Apotheken Arzneimittelüberprüfungen anbieten, als Brown-Bag-Check oder als Fragebogen bei Versandapotheken.

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