BVDVA

Versender lechzen nach dem E-Rezept

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Berlin -

Große Unkenntnis besteht bei der Mehrheit der Bevölkerung über das elektronische Rezept (E-Rezept). Wie eine YouGov-Studie im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ergab, sind über zwei Drittel der Befragten unsicher, ob das E-Rezept in Deutschland bereits eingeführt wurde und angewendet wird. „Diese Zahl hat uns am meisten überrascht. Hier erkennen wir sowohl für unsere Branche aber auch insgesamt für Digitalisierungsthemen einen enormen Aufklärungsbedarf“, so der BVDVA-Vorsitzende Christian Buse im Vorfeld des morgigen Kongresses der Versandapotheken.  

An die Bundesregierung appellierte Buse, die Digitalisierung bei der Medikamentenversorgung der Patienten voranzutreiben. Während in Deutschland immer noch das papierene Rezept üblich sei, sei in Nachbarstaaten die Digitalisierung wesentlich weiter fortgeschritten. Die Versandapotheker erwarteten vom geplanten Ausbau der digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen nach dem E-Health-Gesetz auch einen Schub für das elektronische Rezept. Das könnte nicht nur den Versandhandel nach vorne bringen, sondern wäre in der heutigen Zeit, da alles digitalisiert werde, auch für den Patienten wichtig.

Positiv schätzt Buse die weitere Entwicklung der Versandapotheken ein: „Die Zahlen stimmen uns optimistisch. Bei den 35- bis 44-Jährigen kauft die Hälfte bereits regelmäßig in einer Versandapotheke ein. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, davon sind wir überzeugt.“ Außerdem überwiegen für den BVDVA die Chancen bei einer raschen Einführung des elektronischen Rezepts: Ein Drittel der Befragten wünsche sich, dass das Einreichen von Rezepten einfacher werden solle. Hier bestehe echter Handlungsbedarf, so Buse.

Die YouGov-Studie ergab, dass insgesamt über 40 Prozent der Bundesbürger Medikamente in der Versandapotheke kaufen. Unter 35- bis 44-jährigen sind es 49 Prozent. Es sei festzustellen, dass Befragte, die in der Vorstadt oder auf dem Land leben, häufiger die Versandapotheke als Einkaufsstätte für Medikamente angeben.

Als Hauptgrund gegen den online-Kauf wird die Dringlichkeit genannt, wenn Medikamente sofort benötigt werden. An zweiter Stelle folgt die Komplexität des Rezepteinreichens und auf Platz drei die unzureichende Beratung. Durch die Beschleunigung der Lieferzeiten, die Vereinfachung des Rezepteinreichens und die Optimierung der Kundenberatung könnten Versender mithin Wachstum erreichen, so die Studie.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (63 Prozent) hat allerdings noch nie vom elektronischen Rezept gehört. Ferner sind 71 Prozent der Befragten unsicher oder wissen nicht, ob das elektronische Rezept bereits eingeführt wurde. Würden die Befragten über das elektronische Rezept aufgeklärt, sähen knapp 40 Prozent der Befragten den Bedarf, so die Studie.

Etwa 50 Prozent der Bürger befürworteten in diesem Zusammenhang die Weiterleitung des elektronischen Rezepts direkt an den Arzt oder Apotheker. Jeder Dritte spreche sich sogar für die Umstellung vom Papier auf elektronische Rezept aus. Als Vorteil des E-Rezepts wird die Umweltfreundlichkeit gesehen. Allerdings erkennen vor allem Befragte ab 55 Jahre keine Vorteile. „Diese Zielgruppe ist jedoch für den Gesundheitsmarkt besonders relevant”, so die Studie. Insgesamt wurden 1011 Bundesbürger repräsentativ befragt.

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