DPhG: Kohl soll gegen Importe zeichnen

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Berlin -

Am 29. April luden die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) und der von Pharmafirmen dominierte Verein „House of Pharma“ zu einer Expertenrunde zum Thema Auswirkungen von Arzneimittelimporten auf das Gesundheitssystem. Dort kamen vor allem die Kritiker der Importförderklausel ausgiebig zu Wort. Als größter deutscher Importeur schickte Kohlpharma einen Beobachter in den Saal. Als Ergebnis der Epertenrunde wurde jetzt ein „Statement“ gegen die Importförderung an alle Teilnehmer geschickt – auch an Kohlpharma. Der Merziger Importeur lehnt die Zeichnung der Erklärung empört ab.

Das Statement sowie die „zugrundeliegende Veranstaltung“ gereiche einer vorgeblich wissenschaftlichen Fachgesellschaft „leider nicht zur Ehre“, schreibt Kohlpharma-Geschäftsführer Jörg Geller an die verantwortlichen Organisatoren: „Absicht, Themensetzung und Referentenauswahl waren einseitig und interessengeleitet.“ Neben DAV-Chef Fritz Becker waren uneben anderen Professor Dr. Martin Schulz von der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK), Dr. Gert Wolf von Sanofi-Aventis, Apotheker Christian Ude und Dr. Ilona Köster-Steinebach vom Aktionsbündnis Patientensicherheit als Referenten geladen. Als Beobachter hatte Kohlpharma auf Nachfrage den Leiter ihrer Qualitätskontrolle Thomas Vogt geschickt. Zur Veranstaltung war kein Importeur eigeladen worden.

„Nutzen-Risiko-Abwägung spricht gegen die deutsche Förderklausel für parallel importierte Arzneimittel“, lautet der Titel des Statements, dass jetzt Kohlpharma zur Unterschrift ins Haus geschickt wurde. Gezeichnet ist das Statement neben Becker auch von Professor Dr. Theo Dingermann und weiteren Personen. Darin finden sich alle gängigen Kritikpunkte am Arzneimittelimport. Empört lehnt Geller die angebotene Zeichnung ab: Mit Blick auf die bei der Veranstaltung anwesenden „Lobbyisten“ der Pharmaindustrie und der ABDA werde schnell klar, das das Ergebnis der Diskussion über eine Kosten-Nutzen-Abwägung des Arzneimittelimports schon „vorher feststeht und wenig überraschend ist“.

„Die sogenannten ‚Experten‘ bringen jedenfalls zu dem Thema Ihres Treffen wenig Expertise mit“, schimpft Geller. Es folge eine ausführliche Auflistung von Fakten und Begrifflichkeiten die Unkenntnis der Teilnehmer aus Sicht von Kohlpharma belegen sollen. „Der Parallelhandel mit Arzneimitteln ist sowohl legal wie sicher“, so Geller. Die marktführenden Unternehmen hätten in zum Teil über 40 Jahren nie ein Problem mit Fälschungen gehabt. Das werde auch so bleiben. Wenn von Fälschungen die Rede sei, handele es sich um gestohlene Ware, oder solche, die ursprünglich nicht für den europäischen Markt bestimmt gewesen sei. „Fast immer waren es – so Importeure überhaupt betroffen waren – diese, die die Fälle aufgedeckt und den Behörden gemeldet haben“, so Geller.

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