„Apotheken werden sich verändern“

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Berlin - Seit Jahresbeginn steht Dagmar Fischer an der Spitze der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG). Für die vierjährige Amtszeit hat sich die Jenaer Forscherin viel vorgenommen: Vor allem die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis sei ein wichtiger Aspekt. Denn für die Forscherin ist klar: Die Apothekenlandschaft steht vor einem Umbruch.

„Ich glaube schon, dass die Apotheken in Zukunft bleiben werden, aber das Bild wird sich maßgeblich verändern“, meint Fischer. Irgendwann werde das E-Rezept zum Alltag gehören, auch die modernen Techniken würden Einzug halten – so könnte beispielsweise der Einsatz von 3D-Druckern eine Rolle spielen. „Vermutlich werden in Zukunft die Arzneimittel anders hergestellt werden.“ Es werde sich viel tun: „Ich glaube, wir stoßen in den nächsten vier Jahren in interessante Zeiten vor“, meint Fischer.

„Ich bewundere alle, die in den Apotheken vor Ort mit den Patienten arbeiten“, erklärt die Forscherin. Pharmazie sei ein toller und vor allem vielseitiger Bereich. Sie stelle jedoch oft fest, dass viele Approbierte nach einem Jahr in der öffentlichen Apotheke in andere Tätigkeitsfelder wechselten. „Das ist für die Apotheken vor Ort natürlich traurig“, sagt sie. Doch Fischer sieht auch Hoffnung – denn es werden wahrscheinlich neue Tätigkeitsfelder hinzukommen. So könnte auch das Thema Impfungen in der Apotheke schon bald eine Rolle spielen: „Ich habe das in den USA bereits in strukturschwachen Gegenden als Standard kennengelernt“, erklärt Fischer. „Wenn sich das Bild der Apotheke verändert, wird sie als Arbeitsbereich hoffentlich wieder attraktiver werden.“

Auch die Hochschulpharmazie muss laut Fischer inhaltlich dringend modernisiert und „kräftig entrümpelt“ werden. Hier sieht Fischer die DPhG in der Pflicht. Auch für die Mitarbeiter in den Apotheken würde Fischer gerne Fortbildungsangebote wie Webinare anbieten: „Der Nachwuchs benutzt einen ganz anderen Kommunikationsweg“, erklärt sie zum Schwerpunkt Digitalisierung. Daher sollen in Zukunft die Social-Media-Kanäle der DPhG vermehrt genutzt und ausgebaut werden. „Die Öffentlichkeit soll mehr sehen, was wir machen und wofür wir uns einsetzen.“

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