Das Drugstore-Gutachten

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Berlin - „Ermittlung der Erforderlichkeit und des Ausmaßes von Änderungen der in der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) geregelten Preise“: So lautet der etwas sperrige Titel des kurz vor Weihnachten veröffentlichten Gutachtens, das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde. Doch nicht nur der Titel ist sperrig, auch der Inhalt kann nur als schwer verdaulich bezeichnet werden. Neben vielen handwerklichen Fehlern, die aufzuzählen den Rahmen sprengen würde, konsterniert besonders ein grundlegender Denkfehler. Ein Gastkommentar von Dr. Franz Stadler, einem erschütterten Apotheker.

Was ist die Aufgabe einer Apotheke? Sie ist Bestandteil unseres Gesundheitssystems und zuständig für die geregelte Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Ebenso ist sie eine niedrigschwellige Anlaufstelle für allerlei gesundheitliche Probleme der Menschen und ein unverzichtbarer Wegweiser. Damit sie diese Aufgabe möglichst gut erfüllen kann, hat der Gesetzgeber die Apotheken mit vielerlei Anforderungen für Betrieb und Ausstattung versehen. So werden beispielsweise hohe berufliche Qualifikationen der Inhaber (Studium mit Approbation), aber auch der Angestellten sowie eine genauestens geregelte Mindestausstattung und sogar eine Mindestraumgröße gefordert. Unter anderem deshalb sehen Apotheken heute so aus wie sie eben aussehen.

Die Macher des besagten Gutachtens haben nun errechnet, dass die Abgaben rezeptpflichtiger Fertigarzneimittel nur 39 Prozent der Packungseinheiten in den Apotheken ausmachen, während deren Umsatzanteil 80 Prozent entspricht. Selbst wenn man diese Zahlen nicht anzweifelt, so belegen sie doch nur, dass der Preisanstieg bei den rezeptpflichtigen Fertigarzneimitteln weiterhin ungebremst vonstatten geht – eine Tatsache, die niemand ernsthaft bestreiten würde.

Hinzu kommt vielleicht, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Arzneimittel aus der Rezept- und Erstattungspflicht (aber nicht aus der Apothekenpflicht) entlassen wurden – eine Folge diverser Kostendämpfungsgesetze. Dennoch erfüllen die Vor-Ort-Apotheken nach wie vor ihren Versorgungs- und Beratungsauftrag. Sie haben vielleicht sogar an Bedeutung gewonnen, da sie in vielen Fällen der Selbstmedikation die einzige Kontroll- und Auskunftsstelle geworden si

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