Impfstoffversorgung

BPI an Spahn: Zwei Impfstoff-Anbieter reichen nicht APOTHEKE ADHOC, 25.07.2018 14:09 Uhr

Berlin - Dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) reicht die neue Impfstoffregelung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht aus. Krankenkassen sollen künftig statt einem die beiden günstigsten Impfstoffe bezahlen müssen, sieht das neue „Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung“ vor. „Zwei Anbieter sind zwar besser als einer“, räumt BPI-Chef Martin Zentgraf ein. Die Versorgungssicherheit sei deshalb trotzdem noch nicht gesichert.

„Nicht ohne Grund wurden Rabattverträge für Impfstoffe trotz der Zweipartnerlösung abgeschafft“, so Zentgraf. Auch zwei Anbieter seien bei Impfstoffen keine Versorgungsgarantie, falls einer ausfällt, „egal in welcher Vertragskonstruktion“. Um die Versorgung sicherzustellen, müssen dem BPI zufolge die Impfstoffe aller Hersteller „zur Verfügung stehen“, also von den Kassen bezahlt werden.

„Exakt dies“ habe der Gesetzgeber vergangenes Jahr im Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) geregelt gehabt. Dieses hatte exklusive Rabattverträge für Impfstoffe aufgrund latenter Versorgungsprobleme ausgeschlossen. „Aber offensichtlich orientiert man sich mehr an relativ geringen Kosteneinsparungen für die GKV, als an einer optimalen Versorgung der Patienten“, wirft Zentgraf der Politik vor. Das sei „ein erhebliches Wagnis, gerade für die kommende Grippesaison“.

Der BPI zieht seit Längerem gegen Erstattungsregelungen bei Impfstoffen zu Feld, zuletzt gegen die Impfstoffvereinbarung zwischen AOK Nordost und Berliner Apotheker-Verein. Ende März ging die Auseinandersetzung sogar vor Gericht: In einer Pressemitteilung hatte der BPI scharfe Kritik an der AOK geübt. Er warf der Kasse unter anderem eine „Versorgungssteuerung durch die Hintertür“ vor. Damit riskiere sie „sehenden Auges Versorgungsengpässe für die Patienten“. Auch in der Pressemitteilung war explizit die Rede von „Ausschreibungsmodell“ und „Rabattvertrag“.

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