Corona-Effekte und Hämophilie-Präparate

Arzneimittelausgaben: Plus 17 Prozent im August

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Berlin -

Die Arzneimittelausgaben der Kassen sind laut Frühinformation des Deutschen Apothekerverbands (DAV) im August um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Gleichzeitig wuchs die Zahl der eingelösten Rezepte um 4,5 Prozent. Neben Sondereffekten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie macht der DAV die Hämophilie-Präparate für die Entwicklung verantwortlich.

Im August 2020 gab es weniger Arztbesuche, daher lag auch die Zahl der Rezepte 6,6 Prozent unter Vorjahr. Hinzu kommt der bis Jahresende reduzierte Mehrwertsteuersatz von 16 statt 19 Prozent.

Je nach Bundesland sieht die Entwicklung unterschiedlich aus:

  • Bremen: plus 29,3 Prozent
  • Bayern: plus 26,4 Prozent
  • Berlin: plus 22,9 Prozent
  • Saarland: plus 20,8 Prozent
  • Schleswig-Holstein: plus 19,0 Prozent
  • Hamburg: plus 17,4 Prozent
  • Baden-Württemberg: plus 16,9 Prozent
  • Hessen: plus 16,9 Prozent
  • Westfalen-Lippe: plus 16,3 Prozent
  • Niedersachsen: plus 16,1 Prozent
  • Thüringen: plus 15,5 Prozent
  • Brandenburg: plus 13,9 Prozent
  • Sachsen-Anhalt: plus 13,8 Prozent
  • Mecklenburg-Vorpommern: plus 13,6 Prozent
  • Rheinland-Pfalz: plus 12,8 Prozent
  • Sachsen: plus 11,7 Prozent
  • Nordrhein: plus 8,8 Prozent

Für den gesamten bisherigen Jahresverlauf ergibt sich ein Ausgabenplus von 10,6 Prozent auf 44,05 Milliarden Euro. Rund 2 Prozentpunkte entfallen laut DAV auf hochpreisige Hämophilie-Präparate, die seit September 2020 wieder apothekenpflichtig sind. Zuvor hatten Kliniken und Ärzte zuvor direkt bei den Herstellern bestellt. Die Zahl der eingelösten Rezepte sank in den ersten acht Monaten laut DAV um 2,3 Prozent.

Auch die Impfstoffausgaben haben sich im August um 16,8 Prozent erhöht, seit Januar ist allerdings ein Rückgang von 4,9 Prozent zu verzeichnen. Laut DAV zeigen erste Analysen, dass deutlich weniger Pneumokokkenimpfstoffe sowie Kombinationsimpfstoffe für die standardmäßigen Auffrischungsimpfungen bezogen wurden.

Nicht enthalten sind die Einsparungen durch Rabattverträge, die der DAV für das erste Halbjahr auf Basis vorläufiger Rechnungsergebnisse auf knapp 2,5Milliarden Euro beziffert, 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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