Höhrere Ausgaben bei weniger Packungen

GKV: 10 Prozent mehr für Arzneimittel

, Uhr aktualisiert am 31.01.2022 12:44 Uhr
Berlin -

Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen sind im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent auf 45 Milliarden Euro gestiegen. Das ergeben Berechnungen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) auf Basis der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren.

Ärzte und Krankenkassen hatten in ihren Rahmenvorgaben für 2021 zunächst mit 5,1 Prozent Steigerung gerechnet. Schon im Jahr 2020 hatten die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) stärker als erwartet um 6,6 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro zugelegt. Einsparungen durch Rabattverträge sind noch nicht abgezogen, die sich laut vorläufigen Zahlen allein für die ersten drei Quartale 2021 auf 3,7 Milliarden Euro belaufen – etwa 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Erneut weniger Packungen

Die Zahl der verordneten Medikamente ist im Jahr 2021 leicht um 0,3 Prozent auf 714 Millionen gestiegen, nachdem sie 2020 noch um 0,9 Prozent auf 712 Millionen Packungen gesunken war.

„Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie mit Lockdowns und damit verbundenen Schwankungen der Patientenströme zeigt sich die Bedeutung einer immer anspruchsvolleren Arzneimittelversorgung der Bevölkerung“, sagt der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich. „Ursächlich dafür sind vor allem die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt.“

Dittrich betont aber auch: „Die Apotheken sind keine Kostentreiber im System. Im Gegenteil: Ihr Anteil an den Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen ist seit Jahren rückläufig und liegt nur noch bei knapp über 2 Prozent. Die zahlreichen Sonderaufgaben, die die Apotheken in der Pandemie-Bekämpfung übernommen haben, wurden ohnehin in der Regel nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet.“

Der Spitzenverband der GKV forderte angesichts der Ausgabensteigerungen eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente auf sieben Prozent. Das würde rund fünf Milliarden Euro sparen, sagte Verbandssprecher Florian Lanz am Montag. „Während ein Taubenzüchter für seine Brieftauben nur sieben Prozent Mehrwertsteuer zahlt, müssen die Krankenkassen für ein Krebsmedikament 19 Prozent zahlen. Auch für Blutdrucksenker ist dieser hohe Mehrwertsteuersatz zu bezahlen und gleichzeitig entfallen auf Schnittblumen sieben Prozent. Das passt vorne und hinten nicht!”

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