Rx-Versandverbot

Apotheker Schmidt: Die CDU müsste Spahn rauswerfen Alexander Müller, 10.05.2019 09:07 Uhr

Berlin - 40 Jahre lang hat Wolfram Schmidt bei jeder Wahl die CDU gewählt, war zwischenzeitlich Mitglied der Partei. Doch bei der Europawahl am 26. Mai wird er sein Kreuz zum ersten Mal, seit er wählen darf, bei einer anderen Partei setzen. Und Schuld daran ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Und ein bisschen Schmidts eigene Standesvertretung, von der er sich mehr Kampfgeist erhofft hätte.

Schmidt hat keine Existenzangst. Er führt die Unternehmensgruppe Aponom, zu der sein Filialverbund um die Mühlen-Apotheke im niedersächsischen Northeim sowie ein ausgedehntes Hilfsmittel- und Impfstoffgeschäft zählen. Was ihm keine Ruhe lässt, ist das Gefühl, politisch verraten worden zu sein. Und er sorgt sich um die Zukunft seines Berufsstandes und die Chancen für die jungen Kollegen.

Diese Sorge hat er in einem emotionalen Brief an die Präsidentin seiner niedersächsischen Apothekerkammer, Magdalene Linz, zu Papier gebracht. Schmidt, der in seiner Freizeit Rüben mit einem Lkw ausfährt, ist ein Mann klarer Worte: Spahn sei derzeit einer „Profilierungsneurose verfallen“, der einem „leider nur leise köchelnden Apothekerwiderstand“ begegne, indem er Apotheker und Ärzte gegeneinander ausspiele – Stichwort Impfungen in der Offizin. „Es ist dringend an der Zeit, der CDU zu erklären, dass sie für Apotheker künftig nicht mehr wählbar sein wird mit einem solchen Gesundheitsminister aus ihren Reihen“, schreibt Schmidt.

Jüngster Stein des Anstoßes: Spahns Brief an die EU-Kommission, in der er Brüssel die Streichung des Boni-Verbots für ausländische Versandapotheken aus dem Arzneimittelgesetz verspricht. Schmidt hat erhebliche Zweifel, dass es wirklich das Ziel des Ministers ist, die Apotheker durch Verlagerung des Boni-Verbots ins Sozialgesetzbuch (SGB V) zu schützen.

Genauso gefährlich ist aus Sicht des Apothekers die von Spahn vorgelegte PTA-Reform. Damit stimme der Minister den Abgesang auf die inhabergeführte Apotheke an, befürchtet Schmidt. Neue Befugnisse für PTA seien der Einstieg in den Fremdbesitz: „Kapitalgesellschaften werden das Geld zur Verfügung stellen, PTA können dann später die Geschäftsführung übernehmen“, prognostiziert der Aponom-Chef.

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