„Ihre Standesvertreter wollen es so!“

CSU: ABDA blockiert Rx-Versandverbot Alexander Müller, 10.05.2019 10:11 Uhr

Berlin - Das hat Seltenheitswert: Die Politik fühlt sich von einer Lobbygruppe im Stich gelassen. So geht es aber offenbar dem bayerischen Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath (CSU). Ihm zufolge hätte die CSU gern weiter für ein Rx-Versandverbot gekämpft, nur sei leider die ABDA von der Fahne gegangen. „Gegen den Widerstand der Apotheker kann und wird die CSU aber in diesem Bereich keinen Krieg gegen Jens Spahn vom Zaun brechen“, schreibt Seidenath an einen jungen Apotheker, der ihn zum Handeln aufgefordert hatte.

Seidenath ist im bayerischen Landtag Vorsitzender des Gesundheitsausschusses und gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion, deshalb hat sich der Apotheker an ihn gewandt. Ihm bereite die politische Position von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) große Sorgen, schrieb der Apotheker an den CSU-Politiker. Gemeint ist die im „Apothekenstärkungsgesetz“ geplante Streichung des Rx-Boni-Verbot für ausländische Versandapotheken aus dem Arzneimittelgesetz (AMG).

Natürlich dürfe dieser Wettbewerbsverzerrung nicht mit einer generellen Preisfreigabe begegnet werden, schiebt er sofort hinterher. Denn die meisten Vor-Ort-Apotheken könnten sich in einem dann losbrechenden Preiskampf nicht ansatzweise behaupten. Es sei ohnehin „moralisch sehr bedenklich, Apotheker bei zum Teil überlebenswichtigen Medikamenten in einen Preiskampf zu zwingen“. Nach dieser Logik könnten Apotheken im Notdienst oder einer Monopolstellung im Landkreis Fiebersaft für 50 Euro verkaufen.

Spahn verstoße damit gegen den Koalitionsvertrag, und dessen jahrelange Freundschaft zu DocMorris-Vorstand Max Müller „lassen bei mir persönlich große Zweifel an seiner Integrität und seinen Absichten aufkommen“, schrieb der Apotheker. Während Ärzte mit umfänglichen Finanzmitteln aufs Land gelockt würden, scheine sich Spahn „gezielt dafür einzusetzen, die Apothekenlandschaft vor Ort zu zerstören“. Wem helfe aber der Arzt im Dorf, wenn die benötigten Arzneimittel ebendort nicht mehr erhältlich seien?

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