DAV: Wasserdicht nachbessern

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Berlin - Nach ABDA-Präsident Friedemann Schmidt sieht auch der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, in den neuen Vorschlägen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Licht und Schatten. Begrüßt wird von Becker, dass Spahn damit die Forderung der ABDA nach Festschreibung eines Rx-Boni-Verbots übernommen hat. Die Kürzung der zunächst zugesagten 375 Millionen Euro will Becker nicht hinnehmen.

Das Eckpunktepapier greife in vielen Punkten die DAV-Forderungen auf, erklärte Becker: „Ich bin froh, dass der Erhalt einheitlicher Abgabepreise für verschreibungspflichtige Arzneimittel jetzt auch vom Bundesgesundheitsministerium als klares Ziel definiert ist. Das ist ein Fortschritt.“ Entscheidend werde aber sein, dass dieses Ziel gesetzgeberisch auch „wasserdicht“ umgesetzt werde und die Regelungen dauerhaft Bestand hätten.

Ebenfalls gut sei, dass mit der Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen ein neues Kapitel in der Versorgung aufgeschlagen wird. „Aber an dieser Stelle beginnen auch die Defizite des Papiers“, so Becker, „die für Dienstleistungen vorgesehenen Mittel sind zu knapp bemessen, und auch die Anpassungen für den Nacht-und Notdienstfonds reichen nicht aus, um dauerhaft eine gute Versorgung der Patienten garantieren zu können.“ Das BMG bleibe an diesen Punkten weit hinter seinen eigenen Ankündigungen zurück. „Da muss nachgebessert werden“, fordert Becker. Das gelte auch im Hinblick auf die Mitentscheidungsmöglichkeiten, die die Apothekerschaft bei der Ausgestaltung digitaler Strukturen im Gesundheitswesen einfordere. Sonst werde das System, zum Beispiel beim E-Rezept, weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben.

Bereits gestern hatte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt in einer Video-Botschaft auf die neuen Pläne reagiert: „Man kann sagen, dass drei Punkte zustimmungsfähig sind, von uns begrüßt werden.“ Das „klare Bekenntnis zur Wiederherstellung des einheitlichen Abgabepreises“, die „Stärkung der Patientenrechte, also die Sicherung der freien Apothekenwahl, insbesondere mit Blick auf Einführung des E-Rezeptes“ und „Schritte zur Modernisierung des Honorarsystems“ mit der Vergütung für neue pharmazeutische Dienstleistungen. Kritik übte Schmidt am gekürzten Extra-Honorarvolumen.

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