ABDA: Keine Lieferdienste, keine Abholfächer, keine Rezeptmakler

, Uhr aktualisiert am 08.05.2019 11:39 Uhr

Eine eigene Verordnung für den Botendienst hält die ABDA nicht für erforderlich. Der Botendienst sei auch nach den vorgesehenen Änderungen systematisch Teil der Präsenzversorgung. Eine Verordnung wäre vielmehr „geeignet, eine Interpretation zu stützen, wonach der Botendienst als eigene Regelversorgungsform zu verstehen sei, der neben der Präsenzversorgung und der Versorgung im Wege des Versandhandels steht“.

Nicht nur Arzneimittelautomaten will die ABDA verbieten, sondern auch Abholfächer an Apotheken. Durch den Botendienst über den Einzelfall hinaus gebe es dafür keinen Bedarf mehr. „ielmehr sollte angesichts der systematischen Unterschiede zwischen Versandhandel und Präsenzversorgung daran festgehalten werden, dass ein maßgebliches Kennzeichen der Präsenzversorgung der persönliche Kontakt zwischen Patienten und dem Apothekenpersonal ist.“

Aus demselben Grund soll auch der Botendienst nur durch Mitarbeiter der Apotheke möglich sein, und zwar auch im OTC-Bereich. Nur so lasse sich gewährleisten, dass der Bote der Apotheke dem alleinigen Weisungsrecht des Betriebserlaubnisinhabers unterliege, und ausschließen, dass zentralisierte Botendienstangebote entstehen. „Die Stärkung des Botendienstes sollte jedoch nicht dazu führen, dass Dritten die Möglichkeit eröffnet wird, in organisiertem Umfang an der Arzneimittelversorgung durch die Präsenzapotheke zu partizipieren. Dies würde im Ergebnis den gesetzgeberischen Zweck der Stärkung der Präsenzapotheken im Interesse einer Verbesserung der Arzneimittelversorgung der Bevölkerung konterkarieren.“

Schließlich sollen Ärzte die Zustellung in therapeutisch begründeten Fällen auch verordnen dürfen: „Der Botendienst der Apotheke ist bislang, aber auch nach Maßgabe der vorgesehenen Änderungen durch diesen Entwurf, eine grundsätzlich freiwillige Serviceleistung der Apotheke, auf die der Patient keinen Anspruch hat.“ Die Versorgung werde durch die Möglichkeit der Verordnung „erheblich verbessert und die umgehende flächendeckende Versorgung gerade auch für nicht mobile Patienten verlässlich sichergestellt“. Hierfür sei eine angemessene Vergütung vorzusehen.

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