Festbeträge

Mehrkosten und Ausnahmen

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Berlin -

Am 1. Juli treten wieder neue Festbeträge in Kraft. Lagerwertverluste und Diskussionen mit Kunden, die plötzlich mehr zahlen müssen, sind programmiert. Insgesamt 24 Wirkstoffe und Kombinationen erhalten neue Erstattungsgrenzen. Zwar haben nicht alle Hersteller ihre Preise abgesenkt, zumindest bei Rabattpräparaten bleiben die Versicherten aber offenbar verschont.

Patienten, deren androgenbedingter Haarausfall mit dem Steroid-5α-Reduktase-Hemmer Finasterid 5 mg von Zentiva behandelt wird, müssen ab Montag statt 5,71 Euro für die 100er-Packung 12,98 Euro bezahlen. Denn der Hersteller Sanofi liegt mit seinem Präparat 7,27 Euro über Festbetrag. Der Konzern ist Rabattpartner bei Barmer, IKK Classic, KKH und mehreren BKKen. Die gute Nachricht: Mit Heumann und Bluefish stehen zwei Rabattpräparate ohne Aufzahlung zur Verfügung. Und auch beim Winthrop-Produkt wird bei den Rabattkassen auf die Mehrkosten verzichtet.

Auch bei den Sartanen zur Behandlung von Bluthochdruck steigt die Selbstbeteiligung. Bei Losartan ist Axcount Rabattpartner bei AOK, DAK und IKK Classic. Die Festbetragsdifferenzen von bis zu 4,96 Euro bei der 98er-Packung à 100 mg übernimmt bei den Versicherten der Kasse der Hersteller. Ähnlich sieht es für DAK-Versicherte aus, die das Rabattarzneimittel Candesartan von Mylan verordnet bekommen: Die Mehrkosten von bis zu 4,35 Euro für die 98er-Packung à 16 mg trägt der Hersteller.

Bei Olmesartan und Valsartan ist TAD als Rabattpartner von AOK und TK sowie Barmer beziehungsweise DAK und einigen kleineren Kassen über Festbetrag geblieben. Auch hier drohen zumindest den Versicherten, die auf das Medikament des Hersteller aus Cuxhaven angewiesen sind, keine Aufzahlungen. Die Differenzen liegen bei bis 2,13 Euro für die Großpackung Olmecor 10 mg und 5,57 Euro für Valsacor (320 mg, 28 Stück). Ähnlich sieht es bei Telmisartan aus, wo Micro Labs und Zentiva die Mehrkosten zumindest bei den Rabattverträgen übernehmen.

Viele Asthmatiker müssen ebenfalls mehr zahlen – wenn ihre Kasse für das verordenete Präparat kein Rabattvertrag hat: Bis zu 3,08 Euro an Mehrkosten kommen auf Anwender des Atmadisc von GlaxoSmithKline (GSK) zu. Hier gibt es Verträge mit AOK und IKK Classic, bei denen Mehrkosten ausgeschlossen sind.

Für welche Arzneimittelgruppen Festbeträge eingeführt werden, legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fest. Der GKV-Spitzenverband bestimmt dann die jeweiligen Summen, die die Kassen maximal für ein bestimmtes Arzneimittel zahlen. Wenn die Kosten eines Präparats diese Erstattungsgrenze übersteigen, enthält der Patient entweder ein gleichwertiges Mittel ohne Zuzahlung oder er zahlt die anfallenden Mehrkosten selbst.

Deshalb gleichen die Hersteller ihre Preise oft den Festbeträgen an – und mindern so den Lagerwert vieler Apotheken. Bei den jetzigen Festbeträgen kommt indessen jeweils ein kassenspezifischer Mehrkostenverzicht zum Tragen. Dabei handelt es sich um eine Sonderkondition in den Rabattverträgen, bei der die Kosten trotz Mehrkosten bis zur vollen Höhe erstattet werden.

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