Zanamivir-Infusion: Wenn die Grippe lebensbedrohlich wird

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Berlin - Der Wirkstoff Zanamivir wird zur Behandlung und Postexpositionsprophylaxe der Influenza A und B eingesetzt. Als Inhalationspulver  ist der Wirkstoff seit 20 Jahren zugelassen (Relenza, GlaxoSmithKline). Anfang des Jahres erhielt GSK eine Zulassungsempfehlung für den Arzneistoff als Infusionslösung – seit Dezember ist das Arzneimittel unter dem Namen Dectova auf dem Markt.

Dectova ist eine Infusionslösung mit Zanamivir (10 mg/ml). Das Präparat ist indiziert zur Behandlung der komplizierten und potentiell lebensbedrohlichen Influenza-Infektion des Types A oder B bei Erwachsenen und Kindern ab sechs Monaten. Der Einsatz wird bei vermuteten Resistenzen gegenüber anderen Influenza-Arzneimitteln empfohlen. Desweiteren ist Zanamivir indiziert, wenn andere antivirale Arzneimittel zur Behandlung der Influenza, einschließlich Zanamivir zur Inhalation, für den Patienten nicht geeignet sind.

Zanamivir hemmt die Influenzavirus-Neuraminidase. Das Enzym spielt beim Eintritt des Virus in nicht infizierte Zellen und der Ausbreitung und Freisetzung eine entscheidende Rolle. Vermutlich verschafft das Enzym den Viren einen erleichterten Zugang durch die Schleimhaut zur Oberfläche der Epithelzellen – somit ist die Neuinfektion weiterer Zellen möglich. Die Neuraminidase ist auf der Influenzavirus-Oberfläche lokalisiert. Zanamivir besitzt eine extrazelluläre Aktivität und kann die Vermehrung von Influenza A und B-Viren reduzieren.

Die Behandlung mit Dectova sollte so früh wie möglich, am besten innerhalb von sechs Tagen nach Einsetzen von Influenza- Symptomen begonnen werden. Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt zweimal täglich 600 mg Zanamivir intravenös über einen Zeitraum von 5 bis 10 Tagen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hautausschlag, erhöhte Leberwerte und Durchfall.

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