Influenza

Grippeschutzimpfung: Noch ist es nicht zu spät

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Berlin -

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Institutes (RKI) zeigen: Die diesjährige Grippewelle steht noch bevor. Gerade chronisch Kranke und Menschen über 60 sollten sich impfen lassen. Der volle Impfschutz besteht bereits nach 14 Tagen. Verglichen mit den Zahlen der letzten Jahre lässt sich ein verstärkter Anstieg der Infektionen in ungefähr vier Wochen vermuten. 

Die Schwere einer Grippe kann unterschiedlich ausfallen. Insbesondere bei immungeschwächten und älteren Menschen kann die Erkrankung den Organismus stark schwächen und mitunter dauerhaft schädigen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher für Risikogruppen eine Schutzimpfung. Diese sollte jährlich, vorzugsweise im Oktober oder November, durchgeführt werden.

Nach der Impfung dauert es 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Risikogruppen könnten sich aktuell noch für die Saison 2019/2020 impfen lassen. Der Schutz besteht für die gesamte Grippesaison.

Im ersten Wochenbericht des RKI für das Jahr 2020 wird die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen seit der 51. Kalenderwoche 2019 als stabil gemeldet. In den abgegebenen Sentinelproben wurden weitestgehend Rhinoviren gefunden, sodass die wöchentlichen Grenzwerte für den Beginn der Grippewelle noch nicht erreicht wurden. In den zwei vergangenen Wochen wurden bislang 3250 labordiagnostisch bestätigte Influenza Fälle an das RKI übermittelt (Stand: 07.01.2019).

Bei den Hausärzten hat die Impfsaison im Oktober begonnen. Vor allem ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem könnten von einer Schutzimpfung profitieren – auch jetzt noch: „Selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird“, so eine Sprecherin des RKI. Personen die noch keinen Grippeschutz für die aktuelle Saison haben, könnten eine Impfung auch im Januar noch durchführen.

Risikogruppen mit Impfempfehlung

  • Personen über 60 Jahre
  • Chronisch Kranke
  • Frauen mit Kinderwunsch
  • Medizinisches Personal

Die Grippesaison geht mit der 40. Kalenderwoche eines Jahres los und endet in der 20. Kalenderwoche des Folgejahres. Der Höhepunkt an Infektionen ist meist im Februar zu verzeichnen. Das RKI veröffentlicht neben den wöchentlichen Berichten auch Saison-Berichte. Jede Grippewelle fällt unterschiedlich aus: In der Saison 2017/2018 wurden besonders viele Fälle gemeldet – die Gesamtzahl der übermittelten, labordiagnostisch bestätigten Fälle zählte rund 330.000 mehr Fälle als in allen früheren Saisons.

Impfstoffe

Bisherige Grippeimpfstoffe werden mit Hilfe von bebrüteten Hühnereiern hergestellt. Dazu müssen die humanen Influenzaviren an die Bedingungen des Eis angepasst werden. Häufig weichen die Viren des Impfstoffes laut Seqirus von den saisonal vorherrschenden Influenzaviren in ihrer Struktur ab. Dies könne eine suboptimale Wirksamkeit der Vakzine zur Folge haben. Flucelvax Tetra wird nicht in bebrüteten Hühnereiern, sondern mittels Säugetierzellen produziert. Für die Herstellung wird die MDCK-Zelllinie (Madin-Darby Canine Kidney) genutzt.

Neben den Klassikern Vaxigrip Tetra (Sanofi), Influsplit Tetra (GlaxoSmithKline) und Influvac Tetra (Mylan) steht in dieser Saison auch wieder Flucelvax Tetra (Sequirus) zur Verfügung. Im Dezember 2018 wurde der Impfstoff zugelassen, seit diesem Jahr steht er auch in Deutschland ab einem Alter von neun Jahren zur Verfügung. Ein Engpass ist für diese Saison nicht zu erwarten. Eine Sprecherin von Sanofi betont, dass ausreichende Mengen Vaxigrip Tetra an Lager wären – Apotheker und PTA könnten Risikogruppen auf die weiterhin bestehende Möglichkeit einer Schutzimpfung hinweisen.

Symptome

Eine Infuenza beginnt schlagartig: Von Stunde zu Stunde fühlen sich Betroffene schlapp und haben ein starkes Krankheitsgefühl. Häufig geht der plötzliche Beginn mit hohem Fieber einher. Weitere Symptome sind Schüttelfrost und starke Kopf- und Gliederschmerzen. Der Arzt kann durch die Beschreibung der Symptome meist eine Diagnose stellen. Grippe ist in Deutschland meldepflichtig.

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