Virologie

Forscher entdecken hunderte neue Viren Cynthia Möthrath, 11.01.2020 09:16 Uhr

Berlin - Manche vorkommenden Viren sind schon lange bekannt und gut erforscht. Es werden aber auch immer wieder neuartige Viren entdeckt: Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Berliner Charité haben Proben von gut 1200 Insektenarten untersucht und konnten hunderte neue Viren entdecken.

Viele neuentdeckte Viren stammen von Tieren: Bekannte Beispiele sind das Zika-Virus aus Mücken und auch die Vogelgrippe. Damit neu auftretende Viruserkrankungen schnell erkannt werden und mögliche Epidemien verhindert werden können, wird vielseitig geforscht. Die Wissenschaftler der Charité in Berlin suchen dazu gezielt nach neuen Viren im Tierreich. Aktuell konnten sie in Insekten hunderte neuer Viren ermitteln. „Jedes neue Virus, das wir finden, könnte eine bisher unerkannte Ursache von Erkrankungen sein, sowohl beim Menschen als auch bei Nutztieren“, erklärt Professor Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Campus Charité Mitte.

Für die aktuelle Studie verwendeten die Forscher die größte internationale Transkriptom-Datenbank: Sie untersuchten die darin enthaltenen Datensätze auf verschiedene Virusgenome. Bisher liegt der Fokus der Wissenschaft vor allem auf blutsaugenden Insekten wie Moskitos – die aktuelle Studie berücksichtigt jedoch alle Insekten-Ordnungen. Untersucht wurden unter anderem Viren mit sogenannter negativer einzelsträngiger Ribonukleinsäure (RNA). Denn in dieser Gruppe gibt es zahlreiche krankheitsverursachende Viren – darunter Ebola, Masern und Tollwut. „Je mehr Viren wir kennen und in unserer Datenbank speichern, umso leichter können wir die Ursache von neu auftretenden ungewöhnlichen Erkrankungen erkennen“, ist Drosten überzeugt.

Untersucht wurden insgesamt die Proben von 1243 Insekten: Darunter fanden die Wissenschaftler mindestens 20 neue Virusgattungen. „Das ist wohl die bisher größte Einzelstudie in der Entdeckung neuer Viren“, so Drosten. Die neuen Viren wurden bereits in die Suchdatenbanken eingefügt. Dadurch sollen seltene Erkrankungen besser erforscht werden können. Hilfreich ist dies auch, wenn bei einem Patienten ein bestimmtes Virus nicht nachgewiesen werden kann, die Symptome jedoch eindeutig sind. „Wir benutzen dann Hochdurchsatz-Sequenziermethoden, um nach allen Viren zu fahnden, die in den Patientenproben vorkommen“, erklärt Drosten. „Wenn der Patient ein Virus hat, finden wir es – vorausgesetzt, es ist in unserer Datenbank hinterlegt oder es hat Ähnlichkeit mit einem dort verzeichneten Virus.“ Die neuen Virendaten sollen die Erfolgschancen weiter steigern.

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